Fesselnd und imposant bis zum letzten Ton

Olpe/Iseringhausen..  Mit der Musik ist das so eine Sache. „Erst, wenn das Gefühl stimmt, kann sie begeistern“, so Martin Bender, Vorsitzender des Musikzugs Iseringhausen zur Begrüßung zum Jahreskonzert in der Olper Stadthalle. Begeisternd war der Abend allemal.

Unter dem Titel „Himmel, Sterne, Galaxien“ hatte der musikalische Leiter und Dirigent Matthias Reißner ein buchstäblich weltumspannendes Programm zusammengestellt, das die Zuhörer mitnahm auf eine facettenreiche Reise, bei dem das bestens aufgelegte Orchester unter Reißners Taktstock großartiges Können zeigte. Schon der Auftakt mit dem Konzertmarsch „Per aspera ad astra“ von Ernst Urbach (1872-1927) mit seinem fanfarenartigen Einleitungsthema ließ keinen Zweifel am Format des 55 Musikerinnen und Musiker.

Das Instrument Orchester

Mit klarem Konzept und absoluter Kontrolle, Präzision und der ihm eigenen prägnanten Körpersprache spielte Reißner sein Instrument „Orchester“ in schönsten Tönen. Zum fantastischen Gesamteindruck trugen auch die solistischen Leistungen unter anderem von Isabell Sondermann (Klarinette), Slavomir Lackert (Oboe), Tim Hoffmann (Saxophon) und Benedikt Reuber (Trompete) entscheidend bei und zeigten eine sich durch alle Stimmgruppen ziehende Qualität. So beispielsweise bei der Ouvertüre zur Operette „Orpheus in der Unterwelt“ des Wahlfranzosen Jacques Offenbach (1819-1880), die als Glanzstück für kraftvolle Blechbläser gilt.

Vom Schattenreich der Unterwelt ging es mit dem „Himmelsstürmer Marsch“ hoch hinaus ins Licht. Der Königliche Musikdirektor Fritz Brase (1875-1940) schrieb das Stück am Ende seines Lebens. Die Noten wurden 2008 unter dem Estrich eines Hauses in der Nähe von Leipzig entdeckt und kamen danach erstmals zur Aufführung. Mit dem „Lied an den Mond“ aus der Oper „Rusalka“ von Antonin Dvorak (1841-1904) nahm das Konzert Fahrt auf in die Weiten des Universums und zum einzigen natürlichen Satellit der Erde. In seiner erfolgreichsten Oper intonierte der böhmische Komponist die unendliche Sehnsucht nach Liebe. Der Musikverein hatte sich dazu die Sopranistin Agnes Lipka eingeladen und betrat damit absolutes Neuland. Die gebürtige Polin, die ab ihrem achten Lebensjahr in Deutschland aufwuchs, verbrachte auch einige Jahre in der Kreisstadt.

Zauberhaftes Flügelhornsolo

An der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf studierte sie Operngesang und gab ihr Operndebüt 2011 in der Titelrolle der kleinen Seejungfrau Rusalka. Mit „Adventures on Earth“ aus dem Soundtrack des Films „E.T.“ ging es anschließend in die Pause. Mit kraftvollem Klang und großartigem Ausdruck ging es im zweiten Konzertteil weiter, wobei wiederum auch Solisten beeindruckten. So David Schneider, dem ein bezauberndes Flügelhornsolo bei dem wunderbaren All-Time-Favourite „Over the Rainbow“ gehörte. Darüber hinaus konnten mit Tim Sondermann, Tabea Hupertz, Johanna Reißner und Anna-Lena Jahn vier Nachwuchsmusiker in den Reihen des Orchesters begrüßt werden.

Fazit: Ein tolles Konzert, fesselnd und imposant bis zum letzten Ton. Das Gefühl stimmte: beim Dirigenten, beim Orchester und beim Publikum, das den Akteuren mit viel Applaus dankte.