Fernholte-Gegner erringen Teilerfolg

Die Fertigstellung der Zubringerstraße könnten vorerst die letzten Bauarbeiten im geplanten Gewerbegebiet Fernholte sein.
Die Fertigstellung der Zubringerstraße könnten vorerst die letzten Bauarbeiten im geplanten Gewerbegebiet Fernholte sein.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Im Eilverfahren setzte das Verwaltungsgericht Arnsberg die Genehmigung für die Verlegung eines Gewässers vorläufig außer Kraft.

Attendorn..  Herber Rückschlag für die Pläne der Stadt Attendorn zur Erschließung des Gewerbegebiets Fernholte: Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat dem Eilantrag des Vereins Eckenbachtal über die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt Nordrhein-Westfalen (LANUV) gegen eine Genehmigung des Kreises Olpe zur Verlegung eines Gewässers in dem Plangebiet stattgegeben.

Damit dürfen dort bis zur Entscheidung über die Klage im Hauptverfahren keine Arbeiten durchgeführt werden. Der Kreis Olpe als Beklagter kann Beschwerde gegen diesen Beschluss beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen. Gestern war beim Kreis niemand erreichbar und auch der Attendorner Bürgermeister Pospischil konnte noch nicht sagen, ob die Hansestadt das beantragen wird.

Voraussichtlich rechtswidrig

Zu den Chancen im Hauptverfahren wollte Pospischil sich nicht äußern, doch bezeichnet das Gericht die wasserrechtliche Plangenehmigung als „voraussichtlich rechtswidrig“, da sie „naturschutzrechtlichen Bedenken begegne“. Der Quellbereich könnte Schutzwürdig sein, das „vorhandene Arteninventar“ erreiche einen „sehr hohen Wert“. Bezug genommen wird unter anderem auf die Dunkers Quelleschnecke, einen „hochspezialisierten Bewohner von Quellbereichen, der auf eine hohe Gewässergüte angewiesen sei“.

Daher genüge die durchgeführte behördliche Vorprüfung „nicht den gesetzlichen Anforderungen“, der beklagte Kreis hätte „zumindest das Arteninventar und die Gewässergüte der Quelle feststellen“ und „nachteilige Folgen“ für die betroffene Schneckenart nachvollziehbar ausschließen müssen. Beides sei nicht geschehen.

Verein sieht gute Chancen

Marion Garra, zweit Vorsitzende des Vereins Eckenbachtal, frohlockte gestern ob des Beschlusses im Eilverfahren nicht, sieht aber „gute Chancen, dass das Verwaltungsgericht diese Entscheidung auch im Hauptverfahren aufrecht erhält.“

Bürgermeister Pospischil zeigte sich angesichts fehlender Gewerbeflächen der Stadt besorgt über die jetzt drohende massive Zeitverzögerung bei der Erschließung des Gewerbegebietes. Verliert der Kreis im Hauptverfahren, muss ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.

Angesichts der anhängigen Klagen, es wurde auch ein Normenkontrollverfahren gegen den gesamten Bebauungsplan eingeleitet, wurde die Ausschreibung für die Erschließung des zweiten Bauabschnitts nicht veröffentlicht. Und die Ackerflächen im Bereich des umstrittenen Quellbereichs wurden von der Stadt für dieses Jahr verpachtet und bestellt.