Feldmannshofer wollen Kanal selber bauen

Drolshagen/Feldmannshof..  Was sich in Dumicke bewährt hat und als „Dumicker Modell“ auch überregional Beachtung fand, so Drolshagens Bürgermeister Theo Hilchenbach in der Sitzung des Stadtentwicklungs-Ausschusses, werde sicherlich auch im 65-Seelen-Dorf Feldmannshof funktionieren.

„An gute Dinge der Vergangenheit erinnert man sich gern“, und die Feldmannshofer, so Hilchenbach, hätten in mehreren Bürgerversammlungen ihre Bereitschaft signalisiert, an einem Strang zu ziehen. Gemeint ist, dass die Dorfbewohner einen Schmutzwasserkanal weitgehend in Eigenregie bauen wollen.

Rückblende: Nachdem die Bezirksregierung im Vorjahr darauf gedrängt hatte, die Kanalanschluss-Quote zu erhöhen und selbst kleine und kleinste Ortschaften anzuschließen, war der Stadtspitze mulmig geworden. Der Grund liegt auf der Hand: Viele Bewohner der Mini-Orte haben Hausklärgruben, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Fatal, wenn die ihre Anlagen beispielsweise 2015 oder 2016 hätten teuer sanieren und ein oder zwei Jahre später doch noch den Anschluss an den öffentlichen Kanal hätten berappen müssen. Ärger wäre vorprogrammiert.

Feldmannshofer Modell

In Feldmannshof soll und wird die Sache anders laufen, wie Hilchenbach im Ausschuss versicherte: „Keiner muss seine Kleinkläranlage ertüchtigen.“ Die Feldmannshofer schließen sich vielmehr zu einer „Interessengemeinschaft Abwasser“ zusammen, bauen im Ort ihren Kanal selbst und schließen den über die schon vorhandene Druckleitung Richtung Hützemert/Hühnerseifen an. Betroffen: Elf Grundstücke. Die komplette Entwässerungsanlage (Kanal, Pumpstation etc.) geht nach Fertigstellung in den Besitz der Stadt über.

Bereits im Frühjahr 2016, so Hilchenbach, könne mit den Tiefbauarbeiten begonnen werden. Dadurch sei frühzeitig für Feldmannshof eine langfristig tragfähige Lösung gefunden. Andernfalls hätte die Stadt das Dorf laut Abwasserbeseitigungskonzept bis 2024 selbst anschließen müssen, mit vermutlich deutlich höheren Kosten.