Fahrrad als Wirtschaftsfaktor

Der Finnentroper Bürgermeister Dietmar Heß (rechts) und der stellvertretende Esloher Bürgermeister Franz-Josef Stracke öffneten die großen Tore zum Kückelheimer- oder auch Feldermaustunnel für Radfahrer.
Der Finnentroper Bürgermeister Dietmar Heß (rechts) und der stellvertretende Esloher Bürgermeister Franz-Josef Stracke öffneten die großen Tore zum Kückelheimer- oder auch Feldermaustunnel für Radfahrer.
Foto: WP
Bei der Öffnung des Fledermaustunnels im Sauerland Radring wird auf die wirtschaftliche Bedeutung des Fahrradtourismus hingewiesen.

Fehenbracht..  Kaum hatten der Finnentroper Bürgermeister Dietmar Heß und der stellvertretende Esloher Bürgermeister Franz-Josef Stracke die Portale des Kückelheimer- oder auch Fledermaustunnels auf der Finnentroper Seite bei Fehrenbracht geöffnet, kam bereits der erste Rennradfahrer im sportlichen Outfit angeradelt.

Es handelte sich - man könnte fast sagen natürlich - um Hanjo Hester. Der 66-jährige Finnentroper sitzt, wenn es das Wetter eben zulässt, auf dem Rad und ist, alleine oder in Begleitung seiner Frau, mit der er bereits am Vortag vor noch verschlossen Tunnel-Toren gestanden hatte, Stammgast auf dem Sauerland Radring. Stolze 15 000 Kilometer absolviert der begeisterte Radsportler im Jahr, viele davon auf den früheren Bahntrassen des heimischen Sauerlands.

Mit dieser außergewöhnlichen Leistung steht Hester wohl alleine da, nicht aber mit seiner Begeisterung für den Radsport, wie Ulrich Bork, Vorsitzender der Sauerland-Radwelt, mit einigen Zahlen belegte. „Rund 4 Millionen Radfahrer sind pro Jahr im Sauerland unterwegs, und da gibt es noch Luft nach oben“. Sie sind auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor: „Im gesamten Sauerland wird durch das Fahrrad ein Umsatz von 66 Millionen Euro jährlich erzielt“, machte Bork klar, das Tourimusförderung auch Wirtschaftsförderung ist.

Doch nicht nur das, auch die heimische Infrastruktur profitiert vom Radwegebau, wie der ebenfalls anwesende Schmallenberger Bürgermeister Bernhard Halbe betonte. Er bezeichnete die zahlreichen, auch innerorts gebauten Radwege als ein „Infrastruktur-Band“.

Bürgermeister Dietmar Heß hob hervor, dass sich Finnentrop mit seiner Lage am Ruhr-Sieg-Radweg, der Lenne-Route sowie dem Sauerland Radring mit Anschluss über die Nordschleife an den Ruhrtal Radweg zu einem „Radweg-Kreuz“ entwickelt habe. Um den Sauerland Radring zu erhalten und zu optimieren, haben die an ihm liegenden Sparkassen einen neuen, dreijährigen Sponsoring-Vertrag über 12 000 Euro abgeschlossen.

Der Sauerland Radring wurde im Jahr 2007 eröffnet. Er verbindet die Orte Finnentrop, Eslohe, Schmallenberg und Lennestadt.

Der 84 Kilometer lange Radring verläuft weitestgehend auf stillgelegten Bahntrassen.

Einer seiner Höhepunkte ist der Fledermaustunnel zwischen Fehrenbracht und Kückelheim. Um seinen Namensgebern das Überwintern zu ermöglichen, ist er von Ende Oktober bis spätestens 10. April geschlossen.

2012 wurde der Sauerland Radring um die 40 Kilometer lange Nordschleife erweiter.

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