Fahrgastverbände kritisieren neue Bus-Bahn-Station

Olpe..  Verkehrsclub Deutschland, ProBahn und Arbeitskreis Schienenverkehr haben die neue Bus-Bahn-Station am Bahnhof Olpe begutachtet - und dringenden Handlungsbedarf festgestellt.

Der erste Eindruck zeige eine übersichtliche und ansprechende Gestaltung, so die Kommission. Wenn diese neue Zentralstation Olpe jedoch dahingehend betrachtet werde, ob sie für Blinde geeignet ist, fielen große Mängel auf.

„Die Blindenleitlinien werden ihrer Aufgabe nicht gerecht und zeigen kein zusammenhängendes Konzept; es fehlen Blinden-Verteilerflächen auf den Busbahnsteigen und die Blindenleitlinien zu den Bushaltstellen“, monieren die Prüfer.

Die zentrale Leitlinie am Zugbahnsteig führe über zwei Straßen und ende vor einem Verteilerkasten mit welliger Oberfläche. Der Verteilerkasten habe jedoch auch etwas Positives: Er verhindere den Absturz in die Bigge.

Wegeführung wirft Fragen auf

Die Blindenleitlinien um den nahen Kreisverkehr seien zwar richtig angeordnet, jedoch werfe die Wegeführung zu den Bushaltestellen Fragen auf. Eine Blindenleitline sei auf den Bussteigen nicht vorhanden, nur eine rote gestrichelte Mittellinie, die aber nicht von Blinden ertastet werden könne.

Positiv ist nach Auffassung der Kommission die Differenzierung an den Fußgängerüberwegen: Es gebe einen Bereich für Blinde mit 3-Zentimeter-Bordstein und einen auf 0 Zentimeter abgesenkten Bordstein für Rollstuhlfahrer. Zu bemängeln sei, dass der Kontrast zwischen dem grauen Pflaster und den weißen Blindenlinien nicht wie sonst üblich mit dunkelgrauem Pflaster abgesetzt ist.

Weitere Kritikpunkte: die Bushaltebereiche machten es im täglichen Betrieb den Busfahrern schwer, auch mit der mittleren und hinteren Tür ganz an den Bordstein heranzufahren, damit Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte den Bus problemlos verlassen können.

Unverständlich

Die Fahrgastverbände halten es für „äußerst problematisch und unfallträchtig“, den normalen Auto- und Lkw-Verkehr ohne Geschwindigkeitsbegrenzung durch den Bushaltestellenbereich zu führen, da der neue Bahnhof zum zentralen Umsteigepunkt für viele Schüler werde.

Dass an vielen Stationen die Fahrpläne nicht in einer Höhe angebracht sind, in der sie von kleineren Menschen und Rollstuhlfahrern gelesen werden können, hält die Kommission für einen kleinen Mangel, der sicher schnell behoben werden könnte.

„Unverständlich“ ist den Verbänden, „dass die Planer der Stadt Olpe sich nicht die gut gelungenen Bahnhöfe Lennestadt oder Kreuztal angesehen haben“.