Explosion erschüttert 2014 Spielgemeinschaft

Bamenohl..  Vorsitzender Markus Heuel blickt auf ein „denkwürdiges Jahr“ zurück. Der tolle dritte Platz seiner SG Finnentrop/Bamenohl in der Fußball-Landesliga und die geplatzte Fusion mit dem Nachbarn FC Finnentrop hätten dafür eigentlich schon gereicht. Aber das Jahr 2014 ist für Heuel und den gesamten Verein untrennbar mit einem Datum verbunden: Am 17. Februar lag die SG buchstäblich in Trümmern.

Eine verheerende Gasexplosion hatte das schmucke Vereinsheim der H&R-Arena regelrecht zerfetzt und tiefe Löcher in den Kunstrasenplatz gegraben. Massive Trümmerteile waren nach der Explosion einer nicht richtig zugedrehten Propangasflasche bis zu einer gegenüberliegenden Werbebande geflogen. Auch Häuser in der Nachbarschaft wurden beschädigt.

45 Minuten vor Jugendtraining

Es hätte noch viel schlimmer kommen können. Denn eine Dreiviertelstunde nach der verheerenden Explosion um 15.18 Uhr sollte an diesem Montag Nachmittag das Jugendtraining auf dem Kunstrasen beginnen. Mit dabei wäre auch der Sohn von Markus Heuel gewesen. „Wir haben Glück im Unglück gehabt und sind mit einem blauen Auge davongekommen.“ Diese Aussage des 1. Vorsitzenden gilt nach wie vor.

Das Vereinsheim samt Verkaufskiosk - beides am 17. Februar von der mächtigen Gasexplosion in Schutt und Asche gelegt - steht längst wieder. „Die Heizung ist drin“, freut sich Vereinschef Markus Heuel. Demnächst sollen zwei Panoramafenster folgen. Beim Neubau wurde ein zweites Stockwerk eingezogen, in dem Platz für ein Büro und einen Konferenzraum ist. Für die Gebäudeschäden ist die Versicherung aufgekommen. Die komplett zerstörte Einrichtung muss die SG Finnentrop/Bamenohl erneuern.

Auch wenn „im Sportheim noch nicht alles fertig ist“ (Vorsitzender Heuel), drinnen etwa die Fliesen gelegt werden müssen, Putz und Farbe noch an die Wände müssen und auch die Theke fehlt: Kurz vor dem dritten Advent waren die fest geschmückten Räume der Rahmen für die Weihnachtsfeier der SG Finnentrop/Bamenohl. Dazu gehörte natürlich der obligatorische Weihnachtsbaum. „Es war eine wirklich tolle Feier“, freut sich Markus Heuel und blickt mit Stolz auf die letzten Monate zurück, in der der Landesligist mit seinen Mitgliedern und vielen Helfern Erstaunliches geleistet hat.

Nachbarvereine boten Hilfe an

Nach der verheerenden Gasexplosion boten sofort die Nachbarvereine und die Gemeinde Finnentrop ihre Hilfe an. Die „Rentnergang“ der SG mit Berthold Hogrebe, Friedhelm Lenneper, Platzwart Hermann Ostermann und Walter Blöink war vom ersten Tag an zur Stelle und stand immer „Gewehr bei Fuß“, lobt Vorsitzender Heuel. Verlassen konnte er sich auch auf Thomas Mantei, im Vorstand für Organisation und den Sportplatz zuständig. Bis zum letzten Heimspiel vor der Winterpause stellte die Firma Getränke Drüke kostenlos einen Kühlwagen zur Verfügung. Auch die Mannschaften der SG waren im Arbeitseinsatz.

„Das war eine Herkulesaufgabe für den gesamten Verein, hat aber das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt“, nehmen Bauleiter Markus Heuel und seine Mitstreiter aus dem Unglücksjahr 2014 viel Positives mit. Auch die Zuschauer zog es trotz des Provisoriums auf der Platzanlage verstärkt zu den Heimspielen. „Es gab sehr viel Zuspruch und Anteilnahme“, freut sich der 1. Vorsitzende.

Was wünscht sich der Vereinschef nach dem „denkwürdigen Jahr 2014“ vom neuen Jahr? Die Antwort von Markus Heuel kommt in zwei Teilen. „Erstens ein bisschen mehr Zeit für die Familie. Und zweitens, dass es sportlich so weiter geht“.

Regal mit Gläsern unversehrt

Zum Heimspiel am 15. März gegen den SV Hohenlimburg soll es im neuen Verkaufskiosk wieder den gewohnten Imbiss gebeten. „Mit Currywurst, Fritten und Mayo“, schmunzelt Markus Heuel. Beim Rückblick wird der Bamenohler aber wieder ernst. „Wir hatten richtig Glück im Unglück.“ Ein bizarres Bild hat Heuel immer noch vor Augen. „Der Kiosk, der Schankraum. Alles war regelrecht weggesprengt. Das Regal mit den Gläsern hinter der Theke war unversehrt.“