Erzbischof feiert erste Messe nach Umbau

Erzbischof Becker und Pfarrer Steiling beim Anzünden des Weihrauchs, der neben Chrisam und heiligem Wasser zur Altarweihe gebraucht wird.
Erzbischof Becker und Pfarrer Steiling beim Anzünden des Weihrauchs, der neben Chrisam und heiligem Wasser zur Altarweihe gebraucht wird.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Fünf Jahre für Planung und Umbau gingen ins Land. An diesem Wochenende nun feierte Erzbischof Becker die erste heilige Messe in der neu gestalteten Heilig-Geist-Kirche.

Olpe.. Mit einem Pontifikalamt mit Erzbischof Hans-Josef Becker und einem anschließenden Empfang für die ganze Gemeinde wurde die umgestaltete Heilig-Geist-Kirche eingeweiht und ein Neuanfang für das religiöse Leben der Pfarrvikarie gesetzt. Fünf Jahre hatte die Planungs- und Bauphase gedauert. Herausgekommen ist ein Gebäude, das „offen sein möchte für alle Menschen in all ihren Anliegen“ und auch für Paderborn als zukunftsfähiges Beispiel für die Neustrukturierung von Sakralbauten Modellcharakter hat.

Rein architektonisch scheint dies schon gelungen: Große Glasflächen sorgen für viel Tageslicht, Transparenz und einen weiten Blick auf die Umgebung. In dem eigentlichen und verkleinerten Kirchenraum ist der Altar auf gleicher Höhe mit den Sitzreihen und in die Mitte gerückt, an das großzügige Foyer grenzen Außenterrassen, dazu kommen zwei Säle, ein Jugendraum und eine Küche, alles in modernstem Stil, aber mit Wiedererkennung der alten Heilig-Geist-Kirche, die 1968 vom damaligen Erzbischof Lorenz Jaeger geweiht wurde. „Auf dem Weg, ein Haus zu schaffen, das zukunftsfähig ist, haben wir eine Station erreicht. Jetzt gilt es, dieses mit Leben zu füllen“, unterstrich Pfarrer Clemens Steiling zu Beginn des Gottesdienstes.

Pläne vorgestellt Erzbischof Becker nannte das Ereignis einen Meilenstein im Leben einer Gemeinde. Sein Glückwunsch galt besonders jenen, die die Umgestaltung zum Gelingen gebracht haben. Auch wenn Notwendigkeiten wie ein Kirchenumbau im säkularisierten Umfeld gerne als schiefes Licht verstanden würden, seien doch Zeichen der Hoffnung zu sehen. „Könnte nicht auch eine Chance dabei sein und helfen, andere Perspektiven einzunehmen und ein Ereignis wie heute zu schätzen“, betonte der Erzbischof und sprach vom Festmachen des Glaubens in einer Welt, in der viele Menschen mehr bräuchten, als das, was mit materiellen Gütern zu erreichen sei. Eine Kirche als ausdrucksstarkes Zeichen einer umfassenden Wirklichkeit werde als bedeutsam empfunden. Und ein Kirchenraum sei immer ein Geschenk, nicht wegen seiner besonderen Ästhetik, sondern weil er angefüllt sei mit Freude und Dank, mit Bitten und Klagen, mit dem Geruch von Kerzen, Weihrauch und Blumen, mit der Vielfalt menschlichen Lebens und dem Hoffen auf Gottes Nähe. „Gott ruft in sein Haus. Nehmen Sie das Angebot an. Versammeln Sie sich als lebendige Gemeinschaft und pflegen Sie den Umgang.“

Respekt statt Skepsis

Olpes Bürgermeister Horst Müller, dessen anfängliche Skepsis, wie er sagte, dem Respekt gewichen ist, überbrachte die Glückwünsche der Kreisstadt. „Die Entscheidungsträger haben Mut bewiesen und gezeigt, was Glauben bedeutet.“ Das Haus sei sichtbares Zeichen von Optimismus und bauliche Bereicherung sowie eine gelungene Symbiose von offener Bauweise und der Möglichkeit zur Bewahrung der Besinnung.

„Das Neue als Chance sehen“ unterstrich auch der stellvertretende Landrat Dietmar Meeser. Kirchen seien Orte von sakraler und kultureller Bedeutung, die in die Gesellschaft hinein wirken.

Wolfgang Linz vom Gemeindeausschuss Heilig-Geist dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und betonte, dass es nun Zeit sei, sich Neuem zu widmen und dem architektonischen Konzept einer offenen Kirche Inhalt zu geben. Deshalb wird es nach den Sommerferien eine Gemeindeversammlung geben, in der Ideen und Vorhaben vorgestellt werden – Anregungen sind willkommen.