Erwin Grosche: Kleiner Mann bot große Kleinkunst
15.11.2009 | 16:59 Uhr 2009-11-15T16:59:00+0100Attendorn. Erwin Grosche begeisterte sein Publikum in Attendorn mit seiner skurrilen Sichtweise der Realität.
Erwin Grosche ist kein Mann, der den Saal mit lauten, schnellen Pointen zum Toben bringt. Er beobachtet seine Umwelt genau und entdeckt Kleinigkeiten die er, skurril überhöht, präsentiert. Leise, poetisch, manchmal auch musikalisch
Trotzdem rollten im Attendorner Hotel zur Post die Lachtränen, als der Paderborner seinem zahlenmäßig kleinen Publikum seine „Wirklichkeit und andere Überraschungen” mitteilte. Ein kleiner Mann in einem Anzug, der ihn wie einen Liftboy aussehen lässt, bot auf kleiner Bühne groß Kleinkunst.
Das Leben kann so einfach sein, teilt er den lauschenden Zuhörern mit, wenn nur jeder, der das letze Blatt Klopapier benutzt, dafür sorgt, dass der nächste eine neue Rolle vorfindet. Mit Sport hat Grosche es nicht so. „Ich würde mehr schwimmen, wenn ich dabei lesen könnte”, verrät er, und, kann nur über die Spotten, die 20 Minuten laufen, damit ihr Körper Glückshormone ausschüttet: „Das schaffe ich mit fünf Bier - im Sitzen!”.
Der Hetze der heutigen Zeit setzt Ertwin Grosche die Entschleunigung entgegen. Etwa, indem er beim Betanken seines Autos alle zehn Liter eine Pause einlegt. Und Jugendwahn wittert er hinter der Aufschrift auf der Knäckebrotbox die verspricht, dass hier das Brot länger knackig bleibt. „Bei mir darf das Knäckebrot weiter in Würde in Altern”.
Und wer das Phänomen der wie von Geisterhand aus einem Einkochglas quellenden Reinigungsschwämme miterlebt hat, wird fortan seinen Glitzi-Schwamm mit ganz anderen Augen sehen.
0mitdiskutieren