Erste stille Disco startet in Südwestfalen im Oktober
09.09.2009 | 16:39 Uhr 2009-09-09T16:39:00+0200
Attendorn. Disco ohne lautes Dröhnen von Bässen: Das wird es bald in Attendorn geben. Die erste "stille Disco" in Südwestfalen soll ins Leben gerufen werden. Kopfhörer sorgen dafür, dass jeder seine Lautstärke selbst einstellen kann und so die Anwohner weiter ruhig schlafen können.
Eine Party ohne laute Musik? In Indien und Kanada, in London, Berlin und München wird schon längst leise gefeiert. In Südwestfalen soll die erste Disco ohne Lärmbelästigung für die Anwohner am 3. Oktober in der Schützenhalle Ennest/Attendorn stattfinden.
Unternehmen gegründet
Jeden Abend in dieselben Kneipen? Das war David Frey und Jan Stuff irgendwann zu langweilig. Also haben die beiden Attendorner ihr eigenes Unternehmen gegründet - und organisieren nun in ihrer Heimatstadt eine „stille Disco”.
Ein Fest ganz ohne lautes Dröhnen der Bässe. Statt die Gäste mit riesigen Lautsprechern zu beschallen, bekommen die Besucher am Eingang der Schützenhalle einen Kopfhörer. Damit empfangen die Gäste die Musik, die vom DJ-Pult aus in Radiowellen umgewandelt und gesendet wird. Die Nachbarn hören nichts davon.
Angenehme Lautstärke
Und die Partygäste gerade nur so viel, wie sie wollen. Denn jeder kann den Kopfhörer auf die Lautstärke einstellen, die ihm angenehm. Und damit auch die Unvernüftigen keinen Disco-Hörschaden davontragen, stellen die Veranstalter zudem eine Obergrenze für die Lautstärke ein.
„Somit wird die Lärmbelästigung deutlich reduziert und Events können auch in dicht besiedelten Gebieten mit geringeren Auflagen der Ordnungsämter durchgeführt werden”, erklärt David Frey die Vorteile.
Kaum verhindern kann er allerdings den Krach, den die Disco-Gäste zum Beispiel auf der Suche nach Parkplätzen machen. Oder den Lärm, wenn sie guter Stimmung singend die Schützenhalle verlassen.
Viele Vorteile
Das Vibrieren der Bässe, das durch Mark und Gebein geht, mag manchem Disco-Besucher zwar fehlen. Dafür aber hat die stille Disco andere Vorteile: „Man kann sich ohne Brüllen unterhalten und andere kennen lernen”, sagt David Frey. Vorausgesetzt natürlich, beide Gesprächspartner ziehen die Kopfhörer-Stöpsel aus den Ohren. Und es lässt sich viel ungezwungener mitsingen. Vorsicht ist jedoch beim Lästern geboten für den Fall, dass der Betreffende den Kopfhörer gerade nicht auf den Ohren hat und mithören kann. „Das ist ein ganz anderes Gefühl”, so David Frey. „Man muss sich auf etwas Neues einlassen.”
Am 3. Oktober wird in Südwestfalen bei der so genannten „In-Ear-Radio-Night” DJ Andreas Zwingmann eine Musikmischung für Jung und Alt auflegen. In der Region ist er längst bekannt vom WDR2-Fest in Attendorn. 800 Kopfhörer haben die beiden Event-Manager dafür geordert. Acht Euro kostet die Eintrittskarte im Vorverkauf, zehn Euro an der Abendkasse.
Am ersten Mai haben die beiden 21 und 22 Jahre jungen Event-Manager ihr Unternehmen gegründet - eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) - mit jeweils 20 Euro Startkapital.
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