Erfolgreiche Firma ohne eigenen Standort

Stefan Oberdörster (links) und Olaf Heupel sind enttäischt, dass das Haub&-Schöllnhammer-Gelände samt Gebäude ihrer Meinung nach "hinter ihrem Rücken" verkauft" wurde.
Stefan Oberdörster (links) und Olaf Heupel sind enttäischt, dass das Haub&-Schöllnhammer-Gelände samt Gebäude ihrer Meinung nach "hinter ihrem Rücken" verkauft" wurde.
Foto: WP
Stefan Oberdörster und Olaf Heupel haben die insolvente Fa. Haub&Schöllnhammer gekauft und wieder auf die Erfolgsspur gebracht. Das Firmengelände samt Prodiktionshallen wurden vom Insolvenzverwalter aber an einen anderen Interessenten verkauft.

Altenhundem..  Im November 2013 meldete die Fa. Apparatebau Haub & Schöllnhammer Insolvenz an. Die beiden befreundeten Unternehmer Stefan Oberdörster (Zucker- und Sirupindustrie in Wiehl) und Olaf Heupel (GOH Behälter- und Anlagenbau aus Netphen) zeigten Interesse an der Übernahme des mehr als 80 Jahre alten Betriebes in Altenhundem, der sich u.a. auf Zyklon-Abscheider spezialisiert hat. Das Duo verschaffte sich einen Eindruck vor Ort. „An den hoch motivierten Mitarbeitern lag es nicht, dass die Firma insolvent war.“

Vom Insolvenzverwalter gekauft

Im März 2014 kauften die beiden das Unternehmen vom Insolvenzverwalter Klaus Siemon aus Köln. Für die Immobilie wurde ein zweijähriger Pachtvertrag abgeschlossen - der eine Kaufoption beinhaltete mit Hinweis auf die Anrechnung der Miete auf den Kaufpreis.

Von Anfang an schrieb das Werk wieder schwarze Zahlen. „Die Auftragsbücher sind voll“, freut sich Olaf Heupel. Was danach geschah, wird in beiden „Lagern“ völlig unterschiedlich bewertet. Gespräche mit dem Hauptgläubiger im Insolvenzverfahren, der Volksbank Bigge-Lenne, brachten keine konkreten Ergebnisse. Klaus Siemon schritt zur Tat, leitete ein Bieterverfahren ein, nachdem ein Drittel des Grund- und Bodens nebst zwei Wohnhäusern an die Stadt Lennestadt verkauft worden war.

Siemon: „Ich bin in meiner Funktion an feste Formalien gebunden. Dazu gehört auch, Grundstücke, Gebäude oder Inventar zu den bestmöglichen Bedingungen zu veräußern, um dem Gläubigerschutz gerecht zu werden.“ Der spätere Käufer habe eben mehr gezahlt als die beiden Geschäftsleute zu zahlen bereit gewesen wären. Beim Käufer handele es sich um ein seriöses Unternehmen (nach Informationen unserer Zeitung die direkt angrenzende Verzinkerei Lennestadt der Seppeler-Gruppe mit zwölf Standorten in Deutschland, Polen und Tschechien), das vor Ort zusätzliche Arbeitsplätze schaffen will: „Die Nachfolgegesellschaft hatte ausreichend Gelegenheit, die Immobilie zu erwerben. Ich habe an den verkauft, der den besten Preis geboten hat.“

Kritik an Volksbank

Als abgekartetes Spiel beurteilen Heupel und Oberdörster das Procedere, gehen mit der Volksbank hart ins Gericht: „Sie ziehen uns und unseren Mitarbeitern den Teppich unter den Füßen weg. Vom Verkauf wurden wir mit einem drei--Zeilen-Schreiben vom Insolvenzverwalter in Kenntnis gesetzt. Bis März 2016 läuft der Mietvertrag. Wir müssen wohl hier weg, benötigen eine Produktionsstätte von 1500 bis 2000 Quadratmetern. Die Bank richtet barsch und lapidar über 22 Familien.“

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