Entsetzen über Basar-Aus

Sibille Niklas, Schritftführerin der KFD.
Sibille Niklas, Schritftführerin der KFD.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Katholischen Frauen in Wenden und Möllmicke sind sauer.

Wenden..  „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Dieses Zitat aus Schillers Wilhelm Tell dürfte derzeit auch für die Katholische Frauengemeinschaft Wenden/Möllmicke zutreffen. Über 40 Jahre haben die Damen immer am Totensonntag einen gemeinnützigen Basar im Wendener Pfarrheim veranstaltet. In den letzten Jahren beteiligte sich daran auch der Eine-Welt-Kreis. Die eingenommenen Gelder wurden allesamt für einen guten Zweck zur Verfügung gestellt. Der Basar am Totensonntag wurde stillschweigend geduldet. Doch ein Unternehmer aus einem Nachbarort hat die lange ehrenamtliche Tradition nun beendet (wir berichteten). Da er selbst keinen gewerblichen vorweihnachtlichen Markt am Totensonntag veranstalten darf, hat er nach Informationen unserer Zeitung auch sein Veto gegen den Basar der Wendener Frauengemeinschaft eingelegt. Das Ordnungsamt reagierte und untersagte die Veranstaltung im Pfarrheim.

„Richtig sauer“

„Die Enttäuschung der Frauen ist groß, weil alle ihre Hilfe als gemeinnützig und ehrenamtlich ansehen. Die Frauen sind sehr entsetzt. Sie setzen ihre Arbeitskraft ein und backen unentgeltlich 30 bis 35 Torten. Hier gibt es zwar eine Geldeinnahme, aber alles ist für den guten Zweck. Es bereichert sich keiner“, sagte Sibille Niklas, Schriftführerin der KFD Wenden/Möllmicke, auf Anfrage unserer Zeitung. Sie und die Vorsitzende, Brigitte Hennecke, seien „richtig sauer“.

Beim Wendener Ordnungsamt sah man indes keine andere Wahl. „Das wurde immer geduldet. Wo kein Kläger, da kein Richter. Aber wenn sich jetzt andere auf den Gleichheitsgrundsatz berufen, mussten wir einfach handeln“, sagte Wolfgang Grimstein, stellvertretender Fachdienstleiter Ordnung und Sicherheit bei der Gemeinde Wenden. Einen Spielraum gebe es nicht. Der Totensonntag ist besonders geschützt. Laut Feiertagsgesetz sind Märkte oder gewerbliche Ausstellungen an diesem Tag nicht erlaubt.

Zwar kann Sibille Niklas das Handeln des Ordnungsamtes aufgrund der Beschwerde des Unternehmers in gewisser Weise nachvollziehen, doch meinte sie: „Wir sehen das anders. Das ist doch ein ehrenamtlicher Dienst.“ Dennoch: Den Frauen blieb nichts anderes übrig, als ihren gemeinnützigen Basar in diesem Jahr auf den ersten Adventssonntag zu verlegen. „Eine Woche vorher war es natürlich interessanter. Die Sachen verkauften sich besser, vor allem auch Adventsgestecke“, so Sibille Niklas.