Entscheidung Wählern überlassen

Die CDU wird sich entscheiden und damit auf einen guten Bewerber / eine gute Bewerberin verzichten müssen. Da zeigt sich die Problematik dieser Form der Kandidatenkür. Eine überschaubare Anzahl von Parteimitgliedern entscheidet, wer für sie ins Rennen gehen soll und schreibt damit gleichzeitig der gesamten Bürgerschaft vor, wen sie wählen darf. Dabei soll die Bewerberin / der Bewerber doch nach der Wahl Bürgermeisterin / Bürgermeister aller Olper sein - und nicht nur der CDU.

Dahinter steckt das Kalkül, den eigenen Stimmenanteil bei den Wählern nicht durch zwei (Kandidaten) dividieren zu lassen und damit eventuell der Opposition Wasser auf die Mühlen zu liefern. Zu einer wirklichen Urwahl des BM gehört aber, dass der Wähler / die Wählerin bei zwei guten Bewerbern die Möglichkeit hat, selbst zu entscheiden statt sich eine mögliche Wahlentscheidung (vor-)wegnehmen zu lassen.

Von den politischen Parteien darf man getrost nicht nur den festen Willen erwarten, künftig vor wichtigen Entscheidungen mehr mit den Bürgern zu reden. Man darf auch erwarten, dass sie abrücken von der meist nicht einmal bei den eigenen Mitgliedern beliebten Parteiendemokratur.

Konsequenterweise müsste man dem Unterlegenen / der Unterlegenen eigentlich raten, am 13. September als Einzelbewerber anzutreten. Wenn man fest überzeugt ist, zwei wirklich gute und kompetente Bewerber zu haben, müsste man als CDU diesen Spagat eigentlich aushalten.