Automobilkrise
Entlassungen bei Kemmerich
01.03.2010 | 17:28 Uhr 2010-03-01T17:28:00+0100Attendorn. Der Automobilzulieferer Gebrüder Kemmerich hat 34 Mitarbeiter entlassen.
Darüber hat der geschäftsführende Gesellschafter Dipl. Ing. Josef Kemmerich gestern Mittag die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung informiert, während die von Kündigung Betroffenen bereits am vergangenen Freitag von der Personalleitung informiert worden waren.Die Firmenleitung um Josef Kemmerich und der Betriebsrat, der sich von der IG Metall und ihrem Olper Bevollmächtigten Georg Keppeler beraten ließ, hatten sich zuvor in Verhandlungen auf einen Sozialplan zum Interessenausgleich geeinigt. Dazu gehört auch, dass die verbleibenden rund 500 Mitarbeiter zusätzlich in diesem Jahr auf Teile ihres Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. Diese sollen ihnen aber „zum Teil bei der erwarteten Aufwärtsentwicklung in 2011 und 2012 verzinst” wieder erstattet werden, versprach Josef Kemmerich. Weitere betriebsbedingte Kündigungen sind für die Dauer der getroffenen Vereinbarung ausgeschlossen.
Anlass für diese laut Kemmerich „im Vergleich zu anderen Zulieferern geringe, aber notwendige Personalanpassung” war das wirtschaftlich schwierige Vorjahr mit der Automobilkrise, die eine „Anpassung der Wachstumsstrategie”, die der Firma „stürmische Wachstumsjahre” beschieden hatte, erforderlich machte. Trotzdem sei das Unternehmen durch eine hohe Zahl von Neuanläufen im vergangenen Jahr, die es auch ermöglichten, auf Kurzarbeit zu verzichten, „im nach wie vor schwierigen Umfeld besser aufgestellt als viele andere in der Zulieferindustrie”, so Josef Kemmerich. Das Unternehmen werde seine Prozesse „effektiver gestalten und seine Organisationsstrukturen auf die zukünftigen Herausforderungen ausrichten”. Dabei soll ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen helfen. Dazu gehört auch die „Aufgabe von Randaktivitäten”, womit der Maschinenbau, traditionell zweites Standbein der Firma, gemeint ist. 2003 hatte man noch die Firma Alba Vorschub zugekauft. Für die Produktion von speziellen Stanz-Biegeteilen sucht man einen Partner.
Die Firma Gebrüder Kemmerich ist nicht tarifgebunden, hat sich aber, so der Olper IG Metall Bevollmächtigte Georg Keppeler, in der Vergangenheit stets an die Tarifvereinbarungen in der Metall- und Elektroindustrie „angelehnt”. Eine Problematik der Sozialplanverhandlungen hat laut Keppeler darin bestanden, dass die Firmenleitung sowohl einen gewissen Anteil von Leiharbeitern behalten wollte, als auch einige der 59 auslaufenden befristeten Arbeitsverträgen, nämlich von jungen Facharbeitern, die man selber ausgebildet hat, in unbefristete Verträge umwandeln wollte. In den Verhandlungen habe man hier Lösungen gefunden, wobei es dem Betriebsrat wichtig gewesen sei, eine „gesunde Altersstruktur” zu erhalten. Unter anderem wird die Zahl der Leiharbeiter laut Keppeler von „50 bis 60 auf 30 bis 40” reduziert.
Die von den Entlassungen betroffenen Mitarbeiter erhalten eine Abfindung, die laut Keppeler „im Durchschnitt etwa bei 50 Prozent eines Monatsgehalts plus einem Sockelbetrag von X Euro pro Jahr der Betriebszugehörigkeit” betragen wird. Die Situation bei Gebrüder Kemmerich ist laut Georg Keppeler „typisch für ein Unternehmen, das in den vergangenen Jahren schnell gewachsen ist und wo die Führungsebene nicht mitgewachsen ist”.
19:55
Im Februar werden Mitarbeiter entlassen und jetzt Anfang /Mitte Juni werden 10 Leiharbeiter in feste Arbeitsverhältnisse übernommen........
Wer dabei böses denkt ist selber Schuld.
Ach ja, est ist auch ein neuer Betriebsrat am Start.
Nur die Kündigungen der Mitarbeiter die noch da sind, wurden leider nicht zurückgezogen. Deutet alles auf eine Trennung von unbequemen Mitarbeitern hin.
18:52
Sparmassnahmen muss man dann ergreifen,
wenn man Geld verdient. Sobald man in den
roten Zahlen ist, ist es zu spät.
Jean Paul Getty
18:15
...hat sich aber keiner beschwert, als in den letzten Jahren mehrere Hundert Arbeitsplätze in einem soliden Umfeld geschaffen wurden.
13:08
Bei Umsatzeinbrüchen ist zunächst das Management gefragt. Oder haben die guten Zeiten zum Schlafen und Nichtstun veranlasst? Gute Zeiten sind dafür da, dass das Management sich auf schlechte Zeiten einstellt, einen Schlachtplan entwickelt und Zukunftsvorstellungen hat. Hier scheint großes Versagen vorzuliegen. Und eine Firma, die Zeitarbeit massiv nutzt, und weniger für sichere Festarbeitsplätze sorgt, kann sicher einem Markenniveau nicht folgen.
13:03
Sind wir denn im fernsehen bei Deal or no Deal? Hier gehts um Existenzen . Ich wüsste mal gern wie hoch die beteiligung bei der nächsten BR-Wahl bei Kemmerich ist.Aber vieleicht stimmen ja die Leiharbeiter für den BR ab.
08:53
@ piewitt,
da gabs angeblich einen Deal zwischen Kemmerich und BR.
Mehr Leiharbeiter - dafür höhere Abfindung für die Entlassenen.
...aber das mit den unbequemen Mitarbeitern sehe ich ähnlich :-((
00:05
Für mich ist es schon sehr schwer zu verstehen daß die Fa. Kemmerich 34 Stammitarbeiter entlässt aber gleichzeitig darauf besteht 30-40 leiharbeiter zu behalten .Ebenso versteh ich nicht weshlab bestehende zeitverträge verlängert werden.Wozu gibts denn Zeitverträge? Auch das Instrument Kurzarbeit,welches vielen Firmen geholfen hat , wird nicht angewendet. Mir scheint es so als wolle man viel eher die Krise dazu nutzen sich von unbequemen Mitarbeitern zu trennen .
23:28
ich glaube nicht, dass die firma kemmerich für die krise auf dem automobilmarkt verantwortlich ist.
ich glaube auch nicht, dass die geschäftsführung dir finanzkrise losgetreten hat.
aber ich glaube, weil ich ihn kenne, dass der geschäftsführer sich schon gedanken gemacht hat um einen sozialen abbau !!
stimmts ?? UDO
21:28
Versagen!!!
15:30
Schade um die guten Mitarbeiter. Ob hier die Geschäftsführung alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, ist zweifelhaft. Wo wurden die Fehler gemacht? Wo ist das Können des Managements? Entlassungen sind das traurigste Kapitel eines Unternehmens und die Entlassungen vermindern den Markenwert einer Firma sehr massiv, manchmal um viele Millionen. Ob das alles bedacht wurde? Oder ist es Versagen?