Einmal größte Baustelle Europas

Als die Ruhrgas AG 1993 die Ferngasleitung von Werne nach Schlüchtern baute, war das ein großes Spektakel. Die Arbeiten machten Schlagzeilen als „die Größte Baustelle Europas“.

Damals wurden Schneisen durch Wälder und Felder geschlagen. Die außen beschichteten einzelnen Rohre hatten eine Länge von 18 Metern, eine Wandstärke von 20 Millimetern und wogen bis zu zehn Tonnen. Damit die Leitung auch an die Topographie angepasst werden konnte, sind die Rohre mit einer speziellen Biegemaschine angepasst worden. Alle 42 Zentimeter konnten die Rohre um ein halbes Grad gebogen werden. Bis zu 20 Teilstücke konnten täglich individuell vorbereitet werden. Sie wurden mit Lastwagen an die Trasse transportiert und nach und nach zusammengeschweißt. Um zwei Rohr zu verbinden waren 15 Schweißnähte nötig, die anschließend von Fachleuten mittels Röntgen und Ultraschall auf Fehler untersucht wurden.

Am 1. Oktober 1993 floss das Gas

Die fertige Leitung lag zunächst über der Erde und wurde von Kränen mit Ausslegerarmen in die Erde gelegt. Dabei wirkte das stabile Rohrsystem erstaunlicher Weise so flexibel wie ein Gartenschlauch. Neben der Rohrleitung wurde auch ein Nachrichtenkabel zur ständigen Überwachung der Pipeline verlegt. Bereits am 1. Oktober 1993 floss erstmals Gas durch die Leitung.