Ein Sturm bläst auch Geld in die Kasse

Blick auf den Bürgerwindpark Hilchenbach
Blick auf den Bürgerwindpark Hilchenbach
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Mit dem Wind über Attendorn sollten auch Attendorner Geld verdienen“, schlug Günter Pulte den Besuchern der Informationsveranstaltung am Mittwochabend in der Mensa der Sekundarschule vor.

Attendorn..  „Mit dem Wind über Attendorn sollten auch Attendorner Geld verdienen“, schlug Günter Pulte den Besuchern der Informationsveranstaltung am Mittwochabend in der Mensa der Sekundarschule vor: „Die Bürger einer Region tolerieren zugunsten des Klimaschutzes den Eingriff in ihre Landschaft. Sie können dafür auch Teilhabe am finanziellen Nutzen des Windenergieprojektes erwarten.“

Seine Alternative: der Bürgerwindpark. Günter Pulte, Landwirt aus Rahrbach, spricht aus Erfahrung. Er ist Geschäftsführer des Bürgerwindparks Hilchenbach, der 2008 nach sechs Jahren Planung ans Netz ging. 88 Gesellschafter haben sich in der RothaarWind GmbH & Co KG, Hilchenbach zusammengeschlossen und betreiben fünf Windenergieanlagen, die zusammen 20 bis 21 Millionen Kilowattstunden produzieren, so viel, wie eine 24 000-Einwohner-Stadt in einem Jahr verbraucht. 15,48 Millionen Euro sind investiert worden. Die Eigenkapitalquote liegt bei solchen Projekten laut Pulte bei 25 bis 30 Prozent, der Rest wird finanziert, in der Regel durch zinsgünstige Darlehn der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Von den 88 Gesellschaftern kommen 28 direkt aus Hilchenbach, 75 Prozent leben in den Kreisen Siegen und Olpe. Die Mindestbeteiligung liegt bei 3000 Euro.

Pultes schlagendes Argument für eine lokale Finanzierung der Projekte: „Während der 20-jährigen Betriebsdauer löst eine 2-Megawatt-Windenergieanlage (in Hilchenbach stehen fünf) regionale Wertschöpfung in Höhe von ca. 1,4 Mio Euro aus, wenn der Betreiber in der Kommune ansässig ist.“ Als Quelle zitiert er das „Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung“. Diese setzt sich zusammen aus Gewinnen, Einkommen durch Beschäftigung und kommunalen Steuern.

Rendite vom Wind abhängig

Die Rendite für Investoren ist abhängig vom Windertrag und der liegt auch in Hilchenbach unter den Erwartungen. Und das, obwohl die durchschnittlichen Windstärken vor Inbetriebnahme ein Jahr lang am Standort in drei verschiedenen Höhen gemessen worden sind. Laut Pulte sind seit einigen Jahren abnehmende Windstärken zu verzeichnen: „Ob sich da ein Trend durchsetzt, oder wir eine Schwankung durchlaufen, kann man nicht sagen.“

Die Alternative zum Bürgerwindpark sind „Projektierer“, die den Windpark planen und an Investoren veräußern. Die Projektierer haben laut Pulte, ein natürliches Interesse an hohen Planungskosten, weil die ihren Gewinn ausmachen. Häufig würden die Betriebskosten dadurch aber so belastet, dass ein solcher Windpark auf keinen grünen Zweig mehr kommen könne.