Ein Projekt, das viel bewirkt hat

Fretter..  Handyempfang gibt es im idyllisch gelegenen kleinen Ort Delf bei Fretter zwar nicht. Trotzdem war Samir Khayat vom NRW-Umweltministerium am Donnerstag mit Blick auf die das Frettertal prägende Holzwirtschaft überzeugt, „heute am richtigen Ort zu sein.“ Nämlich dort, „wo Nachhaltigkeit seinen Anfang genommen hat“. Beim perfekten Gastgeber - der Firma Ferdinand Maag - feierte Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß mit vielen Gästen den „erfolgreichen Abschluss eines Prozesses, der für den einen oder anderen sicherlich ein bisschen mühselig war.“

Große Bandbreite

Fast auf den Tag vor einem Jahr war das Projekt „Ökoprofit“ in der Gemeinde Finnentrop gestartet. Neun Unternehmen - vom Weltmarktführer Heinrich Eibach GmbH bis zum Ein-Mann-Betrieb Baumhoff Informationstechnik – und die Gemeinde Finnentrop selbst stellten sich der Herausforderung und „untersuchten ihre Betriebs- und Geschäftsabläufe unter Umwelt- und Klimagesichtspunkten“ (Bürgermeister Heß); mit ganz konkreten Ergebnissen und finanziellen Einsparungen.

„Das war eine Zeit mit viel Arbeit an Prozessen im eigenen Unternehmen“, blickten Petra Schulte-Maag und Michael Schulte von der Firma Ferdinand Maag in Delf auf ein Jahr „Ökoprofit“ zurück. „Ein Projekt, das bei uns viel bewirkt hat“, betonte das Ehepaar bei der Begrüßung der zahlreichen Unternehmensvertreter aus der Gemeinde Finnentrop.

„Ökoprofitist ein kleines Projekt. Wir drehen hier nicht das Riesenrad“, sagte Samir Khayat vom NRW-Umweltministerium, das auch den Finnentroper Prozess finanziell unterstützt hat. „Wir sind mit Nordrhein-Westfalen Deutschland-Marktführer mit Ökoprofit“, klopfte sich der Mann aus Düsseldorf selbst auf die Schulter und hatte für dieses Eigenlob eindrucksvolle Zahlen mitgebracht.

Seit dem Auftakt vor 16 Jahren haben landesweit 1848 Betriebe und Einrichtungen mitgemacht und dabei mehr als 47 000 Tonnen Abfall reduziert, 675 Millionen Kilowattstunden Energie und 3,3 Millionen Kubikmeter Wasser eingespart sowie 260 000 Tonnen weniger CO2 produziert. Die jährlichen Einsparungen an Betriebskosten belaufen sich NRW-weit auf rund 73 Millionen Euro.

Aber auch die Jahresbilanz des Ökoprofit-Projekts mit den zehn Finnentroper Betrieben kann sich sehen lassen. So haben 67 Einzelmaßnahmen mit einer einmaligen Investitionssumme von 486 621 Euro zu jährlichen Einsparungen von etwa 163 000 Euro geführt. Das sind im Einzelnen 105 Kubikmeter weniger Wasser, rund zwei Millionen Kilowattstunden weniger Energieverbrauch und 1147 Tonnen weniger CO2.

„In den Betrieben lässt sich schon eine Menge reinholen“, zog Michael Homeyer von B.A.U.M-Consult aus Hamm eine positive Zwischenbilanz und forderte die Unternehmen auf, nicht locker zu lassen und „rein in die kontinuierliche Verbesserung“ zu gehen. Homeyer hat das Finnentroper Ökoprofit-Projekt mit seinen acht Workshops und Betriebsbesichtigungen begleitet.

Teilnahme hat sich gelohnt

„Wir haben Blut geleckt und machen weiter“, versprach Wolfgang Bock für die inzwischen nach Attendorn gezogenen Firma AFK. Auch für Markus Baumhoff hat sich die Teilnahme gelohnt. Der Chef und einzige Mitarbeiter von Baumhoff Informationstechnik konnte in einem Jahr 4,01 Tonnen CO2 einsparen. „Vielleicht geht ja noch eine Tonne“, ist für Baumhoff das Ende der Fahnenstange bei umweltfreundlichen Sparprogrammen noch nicht erreicht.

Auch die Gemeinde Finnentrop hat mitgemacht. „Die beste Maßnahme war die Einsparung beim Papier“, berichtete Brigitte Kümhof. Allein bei der papierlosen Ratsarbeit konnten 95.000 Blatt eingespart werden. Überrascht war Sven Steinberg von der Firma Josef Sprenger Metallwarenfabrik, „wie viel man mit LED-Beleuchtung einsparen kann.“