„Ein paar Dötze wollten Autogramme“

Attendorn..  Heute Abend findet um 18 Uhr in einem leer stehenden Geschäftslokal in der Wasserstraße ein Filmabend über die Attendorner Beteiligung an der seinerzeit sehr beliebten Fernsehspielshow „Spiel ohne Grenzen“ vor 40 Jahren statt. Damals in der Mannschaft, die siegreich für die Hansestadt antrat, und auch heute dabei ist Ludwig „Lulu“ Heuel aus Neu-Listernohl. Wir sprachen mit dem 58-jährigen Polizeibeamten über die „alten Zeiten“.

Wie sind Sie damals in die Attendorner Mannschaft gekommen?

Heuel: Man hat damals alle Sportvereine im Stadtgebiet angesprochen und um Vorschläge gebeten. So kam ich als Fußballer des SC Neu-Listernohl in die Ausscheidungen. Sportlichkeit war natürlich Voraussetzung.

Wie wurde trainiert? Spiel ohne Grenzen spezifisch mit Wasser und Schmierseife?

Eigentlich nicht. Bei Karl-Heinz Pohlmann gab es mehr Konditionstraining, Gymnastik und solche Sachen. Dabei ging es schon ganz schön hart zur Sache. Aber damals waren wir ja alle fit.

Wie war das an den letzten Tagen vor der Liveübertragung im Fernsehen?

Man war schon nervös, zumal Pulheim als Favorit galt. Es hieß, die kommen nur mit Granaten von der Sportuni Köln. Sie trafen auch auf wie die Profis, getreu dem Motto: Den Bauern wollen wir mal zeigen, wo es langgeht.

An welchem Spiel waren Sie beteiligt?

Mit „Sepp“ Hoessel, unserem Bademeister, habe ich das Vogeleier-Spiel bestritten. Mannschaftsführer Jürgen Kempkens musste Eier auf eine Rutsche legen, die abwärts rollten und durch einen Vogel nach unten in ein Wasserbassin fielen.

Hoessel und ich mussten von einer Rampe springen und die Eier weghauen, bevor sie ins Wasser fielen.

Ich habe zwei getroffen und Hoessel, der beim Training nie getroffen hatte, aber immer eine gute Figur beim Eintauchen in das Wasserbecken machte, sofort das erste. So haben wir 3:2 gewonnen

Hat man als Mitspieler etwas von der Atmosphäre mitbekommen?

Man hat das am Spielfeldrand schon mitbekommen. Vor so einer Kulisse in jungen Jahren aufzutreten war natürlich aufregend. Aber das war wie beim Fußball: Vor dem Anpfiff ist man nervös, doch sobald es losgeht, konzentriert man sich auf die Sache.

Wie wurde der Sieg gefeiert?

Nach der Übertragung wurde in der Stadthalle gefeiert. Die Pulheimer waren schlecht drauf, sie fühlten sich benachteiligt, weil sonst der Attendorner Dr. Gerd Siepe als Schiedsrichter mitwirkte.

Fühlte man sich Held?

Natürlich. Das war was. Es ging nach Riccione. Das war sozusagen Europapokal! In der Stadt kamen sogar ein paar Dötze an und wollten Autogramme von uns.

Und dann Riccione.

Das war etwas ganz anderes. Wir waren zwar nicht die Besten, aber gemeinsam mit den Belgiern, zu denen wir einen sehr guten Kontakt hatten, die Lustigsten. Das war eine tolle Zeit, an die ich gerne zurück denke.