Ein guter Schuss Adrenalin ist immer dabei

Der Schatz im Silbersee.
Der Schatz im Silbersee.
Foto: WP

Elspe..  Samstag, 16.43 Uhr auf der Naturbühne in Elspe. In einem Feuerwerk aus Knall und Rauch versinkt der Schurke Brinkley mit dem Raddampfer „Dogfish“ in den Fluten des Silbersees. Sekunden später erfüllt begeisterter Applaus den Rübenkamp. Erst nach Minuten verhallt der Beifall des Publikums, wenn Winnetou und Old Shatterhand zum letzten Mal über die Bühne reiten: beste Premierenstimmung in Elspe mit einem zufriedenen Publikum und einem ebenso zufriedenen Ensemble.

Bei aller Routine nach mehr als 50 Jahren Karl-May-Festspiele: Bis alles sitzt und passt, die Inszenierung wie aus einem Guss über die Bühne geht, ist immer auch eine Herausforderung.

Das weiß auch Profi Kai Noll, der in diesem Jahr Old Shatterhand spielt, nach 2005 bis 2007 nun zum vierten Mal: „Bei der Premiere ist immer ein guter Schuss Adrenalin dabei, auch bei meinem engsten Kollegen, meinem Pferd, aber es hat alles geklappt, special Dank an Juan Carlos. Es hat sich so angefühlt, dass sich das Publikum gut unterhalten hat.”

4000 Zuschauer

Hat es, gut zwei Stunden fieberten die rund 4000 Besucher im nahezu ausverkauften Zuschauerraum mit Winnetou und Old Shatterhand bei ihrem Unterfangen, zusammen mit den Utah-Indianern der Tramps-Bande, die es auf den Schatz im Silbersee abgesehen hat und auch vor kaltblütigem Mord nicht zurück schreckt, das Handwerk zu legen.

Dabei setzt Regisseur Jochen Bludau auf die bewährten Stärken, nutzt dabei die gesamte Topographie und Breite der Freilichtbühne, schafft mit bis zu 40 Akteuren auf der Bühne, rasanten Reiteinlagen große Bilder. Die Inszenierung ist im Verlauf nicht ganz so actionreich wie frühere, der Coup mit dem sinkenden Raddampfer am Ende dagegen umso spektakulärer.

Eine hervorragende Tontechnik und -regie lässt die Charaktere noch deutlicher und markanter werden. „Es ist beeindruckend, wie gut die Darsteller spielen und gleichzeitig reiten, dazu der ganze technische Aufwand. Und zum Schluss der Wasserfall, das ist der Hammer”, so Premierengast Alexa Schröder aus Olsberg. Keine Frage, auch ohne die Pyrotechnik-Szenen springt der berühmte Funke schnell über. Mucksmäuschenstill ist es in den tragischen Momenten, wenn der Schurke Brinkley den jungen Para angare erschießt.

Weitere Premiere

Für den achtjährigen Silas Duwe aus Trockenbrück, der den Häuptlingssohn spielt, ist „Der Schatz im Silbersee” auch eine Premiere. Es ist seine erste „sprechende Hauptrolle” auf der Elsper Bühne. Er spielt sie mit Bravur und Leidenschaft. Kein Wunder, er ist der Enkel von Postkutscher und Urgestein Franz-Josef „Pico” Schneider und Schwester Samira (12) als Indianerin sowie Mutter Meike Duwe als Indianerreiterin gehören ebenso zum Ensemble. Um die personelle Zukunft müssen sich die Elsper also nicht sorgen. Auch nicht darum, dass Winnetous und Old Shatterhands Stern im Wilden Westen irgendwann untergeht.

Wegen der großen Nachfrage soll es in diesem Jahr einige Zusatzvorstellungen geben. Die siebenjährige Lotte Blankenagel aus Krefeld bringt es auf den Punkt: „Winnetou ist der Beste”.