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Ein ganzer Abend für die Muttersprooke 30 Jahre Plattdeutscher Kreis in Attendorn: Wie alles anfing

18.01.2008 | 17:49 Uhr

Attendorn. (ml) Der Plattdeutsche Abend in Verbindung mit der Monatsversammlung des Heimatvereins fand am Donnerstagabend reges Interesse.

Im Saal des Hotels zur Post ließ Dieter Auert, der zusammen mit Klaus Walter Hoberg im Jahre 1978 den Plattdeutschen Kreis ins Leben rief, die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren. Der Anfang war vor 30 Jahren in der Gaststätte Jägerhaus, die in dieser Zeit Dieter Auert bewirtschaftete. Hier hörten Klaus Walter Hoberg vor der Theke und Dieter Auert hinter der Theke aufmerksam zu, als Toni Schulte, Ede Prentler und Toni Teipel, drei Attendorner Urgesteine, Wahres und weniger Wahres auf Plattdeutsch erzählten. Dieter Auert brachte es am Donnerstag so auf den Punkt: "Wir waren der Meinung, dass diese alte Sprache nicht verloren gehen darf und deshalb rückten wir zusammen." Die Geburtsstunde des Plattdeutschen Kreises. Viele interessante und schöne Veranstaltungen fanden seitdem in Attendorn und den umliegenden Dörfern reges Interesse. Und am 29. Dezember 1980 gab es die erste Plattdeutsche Messe in der Pfarrkirche, zelebriert von Altprobst Anton Dünnebacke aus Brilon. Daran kann sich Dieter Auert noch lebhaft erinnern: "Der wortgewaltige Geistliche ging auf die Kanzel und sprach deftige Worte in Platt. Das kam bei den rund 800 Kirchenbesuchern gut an." Nach dem Rückblick wurden die Bräuche der Hansestadt im Zyklus eines Jahres vorgestellt. Rudolf Hellner begann mit einem Text von Eberhard Hundt "Muttersprooke". Über die fünfte Jahreszeit Karneval berichtete Karl Falk. Toni Teipel ist von der ersten Stunde an dabei und obwohl er 86 Jahre ist, lässt er es sich nicht nehmen, aktiv in den Reihen des Plattdeutschen Kreises mitzumachen. Er erzählte über "Kattfillers Heymewei op Oustern". Und auch bei Karl Falks Vortrag "Lehmann im Himmel" wurde genau zugehört. Hier ging es um den legendären Poskevatter der Kölner Poorte Paul "Lehmann" Hundt, der das Osterfeuer im Himmel einführte und die Himmlischen Chöre sangen dabei das Traditionslied "Dat Poskekrüz". Johannes Schulte hat das Hochzeitsduett von zwei Köchinnen geschrieben, das Karola Maertin als vornehme Städterin und Elsbeth Schulte als Frau vom Lande gekonnt vortrugen.

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