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Attendornerin in Rumänien

Ein Bericht aus Elendsvierteln in Rumänien

11.01.2012 | 16:37 Uhr
Ein Bericht aus Elendsvierteln in Rumänien
Die aus Attendorn stammende Schwester Hiltrud Wacker berichtet von ihrer Arbeit in Rumänien.

Attendorn.   Ordensschwester Hiltrud Wacker berichtet von ihrer Arbeit.

In einem Brief an Attendorner Freunde schildert Schwester Hiltrud Wacker ihre Arbeit in den Elendsviertel von Caransebes, Rumänien.

Hiltrud Wacker ist eine Attendornerin, die zuletzt in Biekhofen wohnte. Sie trat 1982 der Kongregation der Franziskanerinnen von Salzkotten bei, die auch in der Entwicklungshilfe tätig sind. Lange Jahre war Schwester Hiltrud Leiterin des katholischen Kindergartens St. Marien in Salzkotten; es folgten sechs Jahre als deutsche Ratsschwester im Generalat der Kongregation im Zentrum der katholischen Kirche in Rom.

Seit 1991 bemühen sich die Franziskanerinnen von Salzkotten um die Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien und Kindern aus den Elendsviertel der Stadt Caransebes in Rumänien. Dort ist jetzt das Einsatzgebiet der Attendornerin. In ihrem Brief Rundbrief schreibt sie:

„Ich bin seit zwei Jahren hier in Rumänien. Die Sprache macht mir noch Schwierigkeiten und die Kultur wirklich zu verstehen, braucht noch einige Zeit – wenn man sie überhaupt jemals richtig verstehen lernt. Aber Rumänien ist ein wunderschönes Land und die Gastfreundschaft der Menschen ist nicht zu übertreffen.

Unser Kinderzentrum bietet Platz für 30 Kinder aus armen Familien. Die Armut geht über die materielle Armut hinaus. Oft spricht man von „Auslandsweisen“, da die Eltern im Ausland arbeiten, die Kinder bei den Großeltern oder bei Tante/Onkel aufwachsen. Die Wohnsituation der Familien beschränkt sich oftmals auf zwölf Quadratmetern für fünf, acht oder zehn Familienmitglieder. Alkohol und Prügel sind ebenfalls Kriterien, die Kinder aufzunehmen.

Sie werden morgens mit einem Bulli abgeholt, bekommen ein Frühstück und dann gibt es bis 12 Uhr ein Kindergartenprogramm. Zum Schluss des Kindergartentages bekommen sie noch eine Nachmittagsmahlzeit bevor sie mit dem Bus wieder nach Hause gefahren werden.

In einem anderen Projekt finanzieren wir die Mittagsmahlzeit für 110 Schulkinder. Für viele Kinder ist das oft die erste Mahlzeit am Tag, da zeigt sich mittags ein überaus gesunder Appetit. Dann schließt sich Hausaufgabenhilfe an.

Viele Kindergärten aus den Dörfern oder auch hier aus der Stadt fragen uns immer wieder nach Materialien. Diesen Wünschen können wir nicht allen nachkommen, aber Dank der vielen Transporte aus Salzkotten haben schon viele Unterstützung bekommen. Viele Pakete mit Bekleidung füllen immer wieder die Kleiderkammer, in der sozial Bedürftige einkaufen können, gegen ein geringes Entgelt. Das Klientel hat sich etwas geändert im vergangenen Jahr, da alle Beamten das Gehalt um 25% gekürzt bekommen haben. Eine Lehrerin/Lehrer verdient im Durchschnitt 800 bis 1.000 Lei. Das ist dann durch 4,20 zu teilen.

Ein Liter Benzin kostet 5,30 Lei oder 1 kg Margarine 6,99 Lei. Die Preise sind annähernd an den deutschen Preise, das Verhältnis zu Lohn und Preis stimmt nicht.“

Die Arbeit von Hiltrud Wacker kann unterstützt werden: Volksbank Paderborn, Bankleitzahl 47260121, Konto 9130195905.

Meinolf Lüttecke

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