Ein Aussichtsturm für Hülschotten

Hülschotten..  Hülschotten und seine 284 Bewohner möchten ihren „heiligen Stuhl“ wieder aufleben lassen. Möglich werden soll das durch die Aktion „Leader Region Lenneschiene 2014-2020“, an der sich das Dorf beteiligt.

Unter dem Motto „Unser Dorf für die Region“ ist ihr Projekt eins der Vorschläge, die bei der Landesregierung in Düsseldorf eingereicht wurde. Die Ideen, die die Hülschotter dafür entwickelt haben, sind überaus kreativ. Zuvor hatte eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe der örtlichen Vereine eine Umfrage bei den Bewohnern gestartet um genau zu erfahren, wo drückt der Schuh und was wünscht man sich für die Entwicklung des Dorfes.

Josef Werner Schulte, Vorsitzender des örtlichen Heimatschützenvereins, stellte in einer gut besuchten Versammlung die Ergebnisse vor. Bei dieser Befragung wurden konkrete Konzepte für die Dorfentwicklung vorgeschlagen. Darunter war ein astronomischer Lehrpfad, der sich letztlich aber nicht durchsetzen konnte. Hingegen mit großer Zustimmung wurden die Projekte „Errichtung des Heiligen Stuhls“, ein eigener Backes mit Schnapsbrennerei und möglicher Käserei sowie eine Naturspielplatz mit Tretbecken favorisiert.

Alter Turm mit Aussicht

„Wir könnten uns einen Neuaufbau des „heiligen Stuhls“, einer Aussichtsplattform auf 584 Meter Höhe mit Anbindung an das Wandernetz Sauerland Höhenflug, sehr gut vorstellen. Von diesem Aussichtspunkt hinter Landemert kann man bis nach Lenhausen und Rönkhausen schauen. Hier hat schon bis in die 1950er Jahre ein Aussichtsturm gestanden, der aber, da er nur aus Holz bestand, dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen ist.“

Wanderparkplatz

Viele Hülschotter kennen diesen Turm noch aus ihrer Kindheit und kamen bei der Versammlung ins Schwärmen. Der „heilige Stuhl“ in Hülschotten, das würde vielen gefallen.

Aber damit nicht genug. Um den Weg dorthin von Hülschotten gut zu finden, sollte im Ort der Bau eines Wanderparkplatzes mit rund 80 Stellplätzen erfolgen. Ergänzen könnte man das Angebot mit der Errichtung eines eigenen Backes mit eigener Schnapsbrennerei und einer möglichen Käserei.

„Dann können wir unser eigenes Brot backen, den Schnaps dazu brennen, Käse herstellen und das Ganze in einem Verkaufskiosk mit Angeboten aus der genossenschaftlichen Vermarktung heimischer, naturnaher Produkte ergänzen“, fügte Willi Häusler, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises, hinzu.

In unmittelbarer Nähe zum Backes könnten sich die Hülschotter ein Kneipp-Wassertretbecken mit einem Naturspielplatz vorstellen, also ein Ort mit Ruhe- und Verweilmöglichkeiten für die ganze Familie.

Private Geldgeber nötig

Über die mögliche Finanzierung dieser Projekte hatte der Arbeitskreis noch keine konkreten Überlegungen angestellt. Zunächst wollte man die Zustimmung der Hülschotter für die Projekte gewinnen.

Gleichzeitig war allen Anwesenden aber klar, über das Leader Projekt allein ist das alles nicht zu finanzieren.

„Da sind auch private Geldgeber gefragt“, machte Aloys Weber, erster Beigeordneter der Gemeinde Finnentrop, bei der Bürgerversammlung deutlich.

Mobilfunk kommt

Endlich soll auch Mobilfunk und Breitband nach Hülschotten kommen. Bürgermeister Heß erklärte, laut Telekom soll der Ort bis Mai/Juni diesen Jahres mit Glasfaserkabel versorgt werden.

Lehrrohre seien im Boden bereits verlegt und nur an einer Stelle müssten Erdarbeiten erfolgen. Die Datenübertragungsrate soll rund 50Mbit betragen.

Viel Interesse an der Zukunft

Aloys Weber, Dietmar Heß und Josef Werner Schulte gaben Einblicke in die Zukunft von Hülschotten und was alles möglich ist. 62 der 284 Einwohner von Hülschotten waren zur Einwohnerversammlung in die Schützenhalle gekommen.