Eigenes Rathaus in Frage stellen

Kirchhundemer Haushalt..  Desaster in Kirchhundem. Schon mit dem WP-Gastkommentar vom 19.10.13: „Eigene Verwaltung ist Luxus“ hatte ich - sicher für jedermann nachvollziehbar - dargelegt, dass eine eigene Verwaltung für die Gemeinde Kirchhundem kaum noch begründet werden kann. Wie sich nun zeigt, stellen nunmehr auch immer mehr Kirchhundemer Bürger die Existenzberechtigung eines eigenen Rathauses, basierend auf der Grundlage des derzeitiges Desasters, in Frage.


Wie kann das Übel, in dem man in Kirchhundem steckt, ohne Steuererhöhung gelöst werden? Herr Mennekes ist der Meinung, dass durch Schließung des Kirchhundemer Rathauses der Etat ausgeglichen werden könnte. Ob das zutrifft, müsste überprüft werden - in gehörigem Maße dazu beitragen würde das aber auf jeden Fall. In Lennestadt mache ich mir mit meiner Zustimmung zu diesem Vorschlag keine Freunde: „Wie kannst du zum Thema machen, einen Todkranken zu heiraten, wo wir doch selbst in hohem Maße kränkeln - zwei Kranke werden nicht unbedingt gesunder, wenn sie sich zusammen tun!“ - wirklich nicht?


Wenn das stimmt, was mir von kompetenter Seite nicht nur einmal zugetragen wurde, dass im Lennestädter Rathaus das, was in Kirchundem zu verwalten ist, ohne oder fast ohne zusätzlichen Personalbedarf hier miterledigt werden könnte, dann würden sicher beide Kommunen (Verwaltungskosten je Einwohner) davon profitieren.
In Kirchundem wie auch in Lennestadt sollte man sich (wie fast überall in Deutschland) darüber im Klaren sein, dass alle - sicher auch weiter steigende - Kosten von immer weniger Bürgern zu tragen sind. So ist die Gemeinde Kirchundem seit 2004 um 10 % (von über 13000 auf 11720 Einwohner) und die Stadt Lennestadt um 7,2 % (von 27900 auf 25900) -jeweils Stand 1.1.2014- geschrumpft. Es gibt keine Anhaltspunkte, davon ausgehen zu können, dass diese Tendenzen gestoppt werden oder sich gar umkehren.


Hingewiesen hatte ich (s. Gastkommentar) auch darauf, dass Lennestadt (135 qkm) und Kirchundem (148 qkm) mit zusammen 283 qkm immer noch deutlich kleiner ist als die Stadt Schmallenberg mit 303 qkm. Dort ist es schon seit der kommunalen Neugliederung z.B. für die Bewohner von Brabecke ganz selbstverständlich, dass sie 20 km fahren müssen, um nach Schmallenberg zu gelangen - von Kruberg bis nach Altenhundem sind es 15 km und von Heinsberg bis dorthin 14 km.


„Kirchhundem ist tot“ stellte eine Kirchhundemer Bürgerin anlässlich der Bürgerhaushalts-Info fest. Dies wissen alle Bürger der Gesamtgemeinde Kirchhundem schon seit geraumer Zeit. Entsprechend verhalten sie sich: Fast alles, was persönlich erforderlich ist, wird in Lennestadt erledigt - warum dann nicht auch ein notwendiger Rathausbesuch, wenn nach einer dazu erforderlichen Neustrukturierung insgesamt viel Geld gespart werden kann?
Gerhard Arens,
Altenhundem