Ehrenamtliches Engagement ist gefragt

Olpe..  Sehr ruhig und sehr sachlich verlief die Diskussion über die Pläne der Stadt, aus dem Familienferienheim Regenbogenland auf dem Olper Kreuzberg eine Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge zu machen. Bürgermeister Horst Müller machte vor den sicher mehr als 200 Zuhörern deutlich, dass er für eine solche Einrichtung sei, mit der die Stadt einen positiven Beitrag zum bestehenden Asylverfahren beisteuern könne.

Bernd Sundermann, Leiter Gebäudebewirtschaftung bei der Stadt, machte deutlich, dass man mit wenigen Umbaumaßnahmen auskomme. Rund um das Gelände soll ein Zaun errichtet, im Inneren die Einzel- durch Doppelstockbetten ersetzt werden. So könne man 400 Menschen im Regenbogenland menschenwürdig unterbringen. Auf diese Zahl wollen sich Stadt und Land als Obergrenze einigen. Auch über Flucht- und Rettungswege habe man mit der Feuerwehr schon gesprochen.

Die Aufgaben einer solchen Einrichtung erläuterte Peter Ernst von der Bezirksregierung. In einer ZUE werden Asylbewerber für einen kurzen Zeitraum (maximal drei Monate, meistens nur Wochen) untergebracht. Für eine Betreuung rund um die Uhr sei gesorgt - mit sechs Betreuern tagsüber und zwei nachts sowie vier an Wochenenden und Feiertagen. Hinzu kommen vier Sicherheitskräfte.

Die Frage von Peter Kliche von der Bürgerinitiative Humanitäre Flüchtlingspolitik in Olpe, ob denn eine solche Einrichtung in einem Wohngebiet überhaupt zulässig sei, beantwortete Olpes Baudezernent Bernd Knaebel mit einem klaren Ja: „Wir sehen dort keine Probleme.“ Und Kliches Frage, ob sich auch andere Städte freiwillig um eine ZUE bemühen würden, beantwortet Ernst ebenso klar: „Das kommt nicht selten vor.“

Michael Scheffel, CDU-Ratsmitglied, wollte wissen, was denn im Umfeld einer solchen Einrichtung passiere und nannte das Stichwort Kriminalität. Christoph Ewers, Bürgermeister in Burbach, wusste aus eigener Erfahrung, dass eine Flüchtlingsunterkunft eine Herausforderung für den Ort sei. Man müsse ehrlich mit dem Thema umgehen, sagte er und sprach von einer Zunahme von Ladendiebstählen und Vorfällen in der Einrichtung selbst (vor allem in Zeiten der Überbelegung). Es habe aber „in der ganzen Zeit keine Körperverletzung außerhalb der Einrichtung gegeben“. Gerade ehrenamtliches Engagement nannte er sehr hilfreich. „Wir haben Dutzende Ehrenamtliche, die täglich in der Einrichtung sind.“

Ehrenamtliches Engagement sprach auch Christoph Becker, Geschäftsführer des Caritasverbandes an. Er fragte zwar, ob im Regenbogenland wirklich 400 Personen menschenwürdig untergebracht werden könnten, machte aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass „wir als Menschen gefragt“ seien, eine spezielle Willkommenskultur für die Flüchtlinge zu entwickeln.

Dass sich auch heimische Einrichtungen als Betreuungsorganisation beworben haben, bestätigte Michael Weißenfels vom CJD. Demnach hat sich das CJD um diese Aufgabe beworben, brauche aber noch Informationen über die Aufgaben.