„Du denkst nach, bevor du zum Hammer greifst“

Altenhundem..  Das Handwerk kann mit Fug und Recht stolz sein auf seine Erfolge in der beruflichen Ausbildung. Nicht die Industrie, sondern das Handwerk stellt hierzulande den Löwenanteil der Ausbildungsplätze, wie der ehemalige Kreisinnungsmeister der Elektroberufe Helmut Bergmoser nur allzu gut weiß.

Der Seniorchef des Altenhundemer Unternehmens, der erst vor wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag feierte, hatte mit seinen Söhnen Andreas und Jochen die 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Betriebsfest ins Hotel Schweinsberg in Langenei eingeladen. Neben viel Geselligkeit und Gemütlichkeit gab es einen ganz besonderen Grund zum Feiern.

Start am 1. April 1965

Konnte doch Helmut Griffel sein 50-jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma Elektro Bergmoser begehen. Am 1. April 1965 begann Griffels Lehre als Elektroinstallateur beim damaligen Firmenchef Josef Bergmoser. Dessen Sohn Helmut würdigte „vor versammelter Mannschaft“ die Verdienste seines treuen Mitarbeiters. „Wir kennen uns vom ersten Tag deiner Ausbildung an, denn ich war damals als junger Meister ebenfalls bei meinem Vater beschäftigt. Wo sind all die Jahre geblieben?“

Im September 1968 legte Helmut Griffel seine Gesellenprüfung ab. Statt Wehrdienst hatte er sich als freiwilliger Mitarbeiter im Luftschutzhilfsdienst/Alarmdienst (dem heutigen THW) gemeldet. Der Zeit als Elektromonteur folgte die Zeit als Obermonteur.

Seit Ende der 70er Jahre war der Arbeitsjubilar auf seinem Gebiet Bauleiter in Projekten Geschäfts-, Büro-, Warenhaus und Industrie. Bergmoser: „Du gehörst zu denen, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt haben. Das sieht man an deiner Arbeitsweise. Daran, wie du die Sachen anpackst und dein Wissen an jüngere Kollegen weiter gibst. Du denkst erst über die Arbeit nach, bevor du zum „Hammer“ greifst.“

Das Glück in Deutschland gesucht

Griffel habe alle Höhen und Tiefen des Elektro- und Bauhandwerks mitgemacht. Bergmoser sprach die Hoffnung aus, auch über dessen bald einsetzenden Ruhestand hinaus auf Griffels Rat und Tat zurückgreifen zu können.

Immerhin seit 25 Jahren gehört Marek Kachel dem Altenhundemer Unternehmen an. Ende der 80er Jahre verließ Kachel gemeinsam mit seiner Frau Barbara seine Heimat Polen, um sein Glück in Deutschland zu suchen. 1990 wurde er in der Firma Bergmoser eingestellt, noch im selben Jahr sein Schwiegervater Josef. Zunächst Geselle und dann Bauleiter arbeitet Marek heute als Kundendienstmonteur. Bergmoser: „Durch sein Fachwissen und seine Freundlichkeit ist er bei allen Kunden sehr beliebt.“

Grund zum Feiern gab es auch für Verena Kirchhoff und Kevin Schröter, die der Firma seit 10 Jahren angehören. Die junge Frau arbeitet im Elektrogeschäft Bergmoser in der Hundemstraße in Altenhundem, Andreas Bergmoser: „Kevin hat sich schon in jungen Jahren als Top-Monteur erwiesen und ist deshalb schnell zum Bauleiter aufgestiegen.“