Drolshagen fehlen zwei Millionen Euro

Drolshagen..  Kämmerer Rainer Lange ist auf seinem Stuhl im Drolshagener Rathaus nicht zu beneiden: Nachdem er kurz nach Dienstantritt ein Haushaltssicherungskonzept (2012 bis 2017) aufstellen musste, mit dem die Finanzen der kleinen Stadt ,auf Kurs’ gebracht werden sollen, muss er eine Hiobsbotschaft nach der anderen überbringen. So auch im aktuellen Finanz-Zwischenbericht zum 31. Mai 2015.

Das Gravierendste in Kurzform: Kalkuliert hatte die Stadt für das Haushaltsjahr 2014 ein Minus von rund 460 000 Euro. Daraus geworden ist ein Fehlbetrag von rund 2 Mio. Euro. Grund: Eine erneute Lücke bei den Gewerbesteuern. Lange hatte auf Einnahmen von rund 8,25 Mio. Euro gehofft, am Jahresende klingelten aber gerade einmal 6,5 Mio. Euro in der Stadtkasse. Und die fehlenden 1,8 Mio. Euro verhagelten auch das Endergebnis für 2014: Unterm Strich bleibt ein exaktes Minus von 1 977 150 Euro.

Keine Besserung in Sicht

Auf eine grundlegende Besserung im laufenden Haushaltsjahr kann nur ein ,Berufs-Optimist’ hoffen. Denn erneut scheint sich die Gewerbesteuer nicht so zu entwickeln, wie erhofft. Lange hatte mit genau 7,13 Mio. Euro kalkuliert, zum 31. Mai sind aber erst rund 5,2 Mio. Euro überwiesen. Nun könnte eingewandt werden, das Jahr sei noch nicht mal in der Hälfte angekommen, erhebliche Einzahlungen denkbar. Der Blick auf die Statistik zeigt jedoch, dass es seit 2008 mehrere Haushaltsjahre gab, in denen sich diese Hoffnungen nicht ansatzweise erfüllten. 2008 beispielsweise hatte Drolshagen zum 31. Mai schon rund 8,1 Mio. Euro eingenommen, zum Jahresende waren es mit 8,05 Mio. Euro sogar noch weniger.

Lediglich 2010 erfüllte sich die Hoffnung auf Besserung: Ende Mai lag die Gewerbesteuereinnahme bei rund 4,3 Mio. Euro, zum Jahresende bei 6,6 Mio. Euro.

Ein solcher Verlauf würde Kämmerer Lange auch in diesem Jahr einen Stoß-Seufzer entlocken. Lange gehört jedoch nicht zu der Kategorie ,Berufs-Optimist’ und warnt deshalb: „Trotz der Darstellung aller möglichen Varianten...zu der Entwicklung der Gewerbesteuer in den Vorjahren muss..,.festgestellt werden, dass die Entwicklung der Gewerbesteuer-Erträge in diesem Jahr - bis dato - recht schwach verläuft und derzeit selbst vorsichtigen Optimismus absolut verbietet.“

Im Klartext: Sollte nicht noch ein kleines Gewerbesteuer-Wunder geschehen, rauscht die Stadt auch in 2015 wieder in ein Millionen-Defizit.

Dass man angesichts dieser Entwicklung wie geplant 2017 das Haushaltssicherungskonzept verlassen kann, dürfte ungewiss sein. Sollte es nicht gelingen, und das weiß auch Lange, droht der Nothaushalt mit drastischeren Auflagen als das jetzige HSK.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE