DRK hat Herkulesaufgabe gestemmt

Olpe..  Für Albert Kattwinkel, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, war es keine Premiere. Er erinnerte sich am Samstag an 1989, als im Schwesternwohnheim in Attendorn 150 Flüchtlinge aus der DDR aufgenommen werden mussten - ebenfalls quasi über Nacht. Auch damals war der Einsatz des DRK gefragt - genau wie am Wochenende im Regenbogenland..

Mehr als 50 DRK-Helfer warteten am Samstag auf die Ankunft der Flüchtlinge. Und mit ihnen Dolmetscher für die unterschiedlichsten Sprachen. Unterstützung bei der Suche nach ihnen kam von Cevdet Aydin, Vorsitzender des Olper Integrationsrates. Er hatte seine Kontakte genutzt, um dabei zu helfen, die Flüchtlinge in ihrer Sprache in Empfang nehmen zu können.

Auf hohem Niveau

Auch die Küche war bestens gerüstet. Frühstück, Mittag- und Abendessen werden angeboten, wobei das Mittagessen von der Caritas zugeliefert wird, wie Lothar Epe, Vorsitzender der Kreis-Caritas und CDU-Ratsherr, sagte. Er wartete genau wie Aydin und die DRK-Mitarbeiter auf die Ankunft der ersten Busse. Die allerdings verzögerte sich.

„Die Einsatzbereitschaft ist seit 15 Uhr gegeben“, betonte Joachim Steinbrück, Einsatzleiter des DRK-Landesverbandes. Davon hatten sich im Laufe des Tages auch Landrat Frank Beckehoff und Olpes Bürgermeister Horst Müller überzeugt. Die Küche wurde vom Gesundheitsamt geprüft und genehmigt. 244 Stühle stehen im Speiseraum parat. Gleich mehrfach war zu hören, dass dies doch eine Notunterkunft auf hohem Niveau sei.

Wie viele Flüchtlinge genau ankommen würden und wann, war allerdings lange Zeit unbekannt. 350 Betten waren aufgestellt, die meisten in Vierer- oder Sechsergruppen. Die meisten Räume verfügen über eine eigene Nasszelle, wie Torsten Tillmann, Vorstand des Olper DRK-Kreisverbands, bei einem Rundgang deutlich machte. Aber auch die größeren Räume sind ausgenutzt. In einigen stehen mehr als 20 Betten.

In der eigens eingerichteten Sanitätsstation warteten drei heimische Ärzte auf die Ankunft der Asylbewerber.

Spendenangebote

Eine Woche lang soll die Versorgung mit freiwilligen Helfern sichergestellt werden. Danach soll alles soweit geregelt sein, dass der Betrieb vom DRK mit hauptamtlichen Kräften gewährleistet werden kann. Immer wieder, so Albert Kattwinkel, sei in den letzten Tagen angefragt worden, ob und wie man denn helfen könne und es gab auch Spendenangebote. Dabei sollte es vor allem um Spielzeug, Kleidung etc. gehen. Geldspenden werden nicht gebraucht. Persönlicher Einsatz dagegen schon. Wer helfen möchte, kann sich mit seinem Angebot an das Olper DRK wenden (Email: info@drk-kreisverband.de). Es sei sichergestellt, so Kattwinkel, dass alle Emails gelesen werden.

Auch die Mitglieder der Bürgerinitiative Humanitäre Flüchtlingspolitik in Olpe hatte im Laufe des Tages die Gelegenheit genutzt, sich die Vorbereitungen im Regenbogenland anzusehen. Von ihnen gab es Kritik an der Stadt. Man hätte sich durchaus gewünscht, wenn die Anlieger im persönlichen Gespräch von der Entwicklung informiert worden wären. Dieser Kritik stimmte später auch Cevdet Aydin zu.

Anerkennung gab es für die Leistung des DRK aus dem Kreis Olpe und dem benachbarten Siegerland. Denn neben der Herkulesaufgabe „Regenbogenland“ waren DRK-ler aus dem Kreis noch bei 40 Karnevalsveranstaltungen im Einsatz.