Drei Musikschulen bald im Gleichklang

Mit einer originellen Bearbeitung von „Hello Dolly“ präsentiert sich die Saxofon- und Klarinettenklassederder  Musikschule Wenden
Mit einer originellen Bearbeitung von „Hello Dolly“ präsentiert sich die Saxofon- und Klarinettenklassederder Musikschule Wenden
Foto: WP

Wenden..  Es ist schon eine komische Situation. Am Samstag feiert die Musikschule Wenden 25-jähriges Bestehen. Bürgermeister Peter Brüser eröffnet als Schirmherr die Veranstaltung. Dabei ist die Jubiläumsfeier der Musikschule gleichzeitig so etwas wie ein Abgesang. Brüser brachte dies in der Ratssitzung auf den Punkt: „Die Musikschule feiert ihr 25-jähriges Jubiläum, und im Jubiläumsjahr wird im Grunde ihre Abschaffung beschlossen. So ändern sich die Zeiten.“

Hintergrund: Olpe, Wenden und Drolshagen streben eine interkommunale Zusammenarbeit bei der Musikschule an. Der Wendener Rat beauftragte den Bürgermeister bei drei Nein-Stimmen der UWG-Fraktion, die organisatorischen, finanziellen und sonstigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zur Bildung einer gemeinsamen Musikschule Olpe-Drolshagen-Wenden in Form eines eingetragenen Vereins zu untersuchen. Ein Verein hat gegenüber einem Zweckverband, den es schon einmal gab, den Vorteil, dass nicht eineKommune den Ton in der Musikschule angibt, sondern sich alle drei auf Augenhöhe begegnen. Der „Arbeitskreis Musikschule“ soll sich jetzt mit der Thematik beschäftigen. Als Zeitpunkt für eine mögliche Umstellung hin zu einer gemeinsamen Musikschule wird der 1. Januar 2017, spätestens aber der Schuljahreswechsel im Sommer 2017 angestrebt.

Höhere Wirtschaftlichkeit

Auf Anregung der drei Bürgermeister hat es mittlerweile mehrere Arbeitstreffen der Musikschulleiter sowie der für die Musikschulen zuständigen Verwaltungsmitarbeiter gegeben. Es wurde beraten, inwieweit es über die bereits bestehenden Kooperationen hinaus Ansatzpunkte gibt, die drei Musikschulen zu einer neuen interkommunalen Gesamtmusikschule zusammenzufassen. Es bestand Einigkeit, durch entstehende Synergien eine höhere Wirtschaftlichkeit zu erreichen, allerdings ohne das Leistungsniveau abzusenken oder die Anstellungsbedingungen der Beschäftigten zu verschlechtern.

Nach einer ersten Einschätzung überwiegen die positiven Aspekte einer interkommunalen Zusammenarbeit, so dass der Weg zu einer gemeinsamen Musikschule weiter beschritten werden soll. Vorteile sind Reduzierungen des Aufwands im Bereich der pädagogischen Leitung und des Verwaltungsaufwands der einzelnen Musikschulen sowie eine Optimierung des Angebots und Verbesserungen bei der Gewinnung von qualifizierten Lehrkräften.

Ein gutes Beispiel

Als Nachteile werden der Verlust der direkten Steuerung und Einflussnahme auf die Musikschule durch die kommunalen Parlamente und der Wegfall der direkten Ansprechpersonen vor Ort in der Musikschul-Verwaltung gesehen.

„Das könnte ein gutes Beispiel werden für die interkommunale Zusammenarbeit von Olpe, Drolshagen und Wenden“, meinte im Rat SPD-Fraktionschef Stephan Niederschlag. Allerdings dürfe dies nicht auf dem Rücken der Lehrkräfte ausgetragen werden, und es dürfe nicht sein, dass Wendener Kinder immer mehr nach Olpe gebracht werden müssen. „Dies sollte man bei den Verträgen berücksichtigen“, betonte Niederschlag. „Ich denke, im Arbeitskreis Musikschule kann sachlich und gut gearbeitet werden“, so Grünen-Chef Elmar Holterhof.