Drei Euro pro Kopf zu viel für Jubiläumsfeier

Auf  Burg Bilstein beginnt die Geschichte des Kreises Olpe.
Auf Burg Bilstein beginnt die Geschichte des Kreises Olpe.
Foto: WP

Kreis Olpe..  Der Kreis Olpe feiert sein 200-jähriges Bestehen im Jahre 2017 mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. Eine neue Chronik wird erscheinen, ein Heimatfest ist auf Burg Bilstein geplant. Dazu Ausstellungen und Konzerte. Die stolze Gesamtsumme von 376 000 Euro hat der Kreis Olpe fürs Gesamtpaket veranschlagt.

In der letzten Ratssitzung in Lennestadt war diese Summe Stein des Anstoßes: „Ein starkes Stück, was der Kreis von uns verlangt“, so Hermann Dörnemann. „Das sollte ersatzlos gestrichen werden. So etwas passt absolut nicht in die finanzielle Landschaft. Es ist einfach unmöglich, dass so viel Geld für so einen Zweck ausgegeben werden soll.“

5000 statt 80 000 Euro

Gregor Schnütgen, Fraktionschef der CDU, berichtete vom Antwortschreiben des Landrats, der auf eine Kalkulation von drei Euro pro Einwohner des Kreises hingewiesen habe. Schnütgen: „Lennestadt hätte 18 Prozent der angedachten Gesamtsumme zu zahlen.“ Der Kreis rechne aber fest mit Sponsoren und wolle bei einigen Veranstaltungen Eintrittsgelder verlangen.

SPD-Fraktionschef Heinz Vollmer machte eine andere Rechnung auf: „Jede der sieben Kommunen sollte 5000 Euro zahlen. Das wäre dann auch die Summe für Lennestadt und nicht 80 000 Euro. Das sollte Bürgermeister Hundt bei der nächsten Konferenz der hohen Tiere (Hauptverwaltungsbeamtenkonferenz, d. Red.) ansprechen.“

Kreisheimatpflegerin Susanne Falk sprach sich im Namen des Kreisheimatbundes für die Durchführung des „Festes der Heimat“ auf Bürg Bilstein aus: „Dieses bürgernahe Fest ist eine große Chance, Zugehörigkeit zu vermitteln. Von dem Fest gehen wichtige Impulse aus. Da haben viele etwas davon.“ Das Jubiläum solle auf jeden Fall gefeiert werden.“ Die vom Heimatbund präsentierte Kreis-Chronik sei kein Fachbuch nur für Archivare. Autor Dieter Pfau habe zahlreiche neue Forschungsergebnisse eingearbeitet. Eine Geschichte des Kreises Olpe habe es bisher nicht gegeben. Pfau sei der richtige Mann für das Projekt, bringe eine Sicht von außen mit. Falk: „Das kann ich nur befürworten.“

Geschichte beginnt in Bilstein

Viel zu teuer fand die Opposition im Olper Kreistag die Planungen für das Jubiläum des Kreises (wir berichteten). Zielvorgabe ist, „die Geschichte und heutige Bedeutung des Kreises Olpe durch Veranstaltungen und Projekte einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.“ Der Kreistag einigte sich nach intensiver Diskussion darauf, diese Pläne zwar weiter zu verfolgen, aber auch zu ermitteln, wie man Einnahmen (Eintrittsgeld und Sponsoren) generieren könne. Außerdem soll, sich ein Arbeitskreis mit der Umsetzung beschäftigen und dabei auch über einen Freiwilligentag und eine Einbeziehung aller im Kreis lebenden Nationalitäten kümmern. Vor allem Wolfgang Hesse (CDU) und Fred-Josef Hansen hatten gefordert, wenn man schon feiern wolle, dann bitte auch richtig.

Die Geschichte des Kreises begann am 16. Januar 1817. Sitz war zunächst Bilstein. Damals wurde aus Attendorn, Olpe und Bilstein der Bilsteiner Kreis. Erster Landrat war Caspar Ferdinand Freusberg. Sitz der Freusbergs war die Burg Bilstein. Am 28. Juli 1818 wurde die Verlegung des Verwaltungssitzes nach Olpe angeordnet. So entstand - nach dem Übergang des ehemaligen Herzogtums Westfalens an Preußen - aus einem Großteil des Bilsteiner Kreises der Kreis Olpe.