Dräulzer Weiber außer Rand und Band

Strahlende Weiber und tolle Kostüme: Ein untrügliches Zeichen, dass man mitten im Dräulzer Altweiberumzug
Strahlende Weiber und tolle Kostüme: Ein untrügliches Zeichen, dass man mitten im Dräulzer Altweiberumzug
Foto: WP
Bei strahlendem Sonnenschein säumten tausende die Drolshagener Straßen.

Drolshagen..  Die närrischen Weiber von Drolshagen hatten sich als Motto für ihren Umzug zwar den Vers „Die Wetterkapriolen, welch ein Graus, Dräulzer Weiber bleiben nicht Zuhaus“ ausgesucht, doch von solchen Kapriolen konnte gestern keine Rede sein: Strahlender Sonnenschein, kühle, aber nicht unangenehme Temperaturen - und ein farbenfroher, origineller und durchaus zügiger Umzug ließ es den tausenden Zuschauern in der Dräulzer „City“ nicht langweilig werden.

Elf Themen-Wagen

30 Zugpunkte und 11 Wagen hatten die 21 närrischen Gruppen - angeführt vom Präsidium mit Jutta Nebeling an der Spitze - auf die Straße gebracht. Ob nun „Gut Schluck“, der berüchtigte „Stuppertrupp“, „Gerharduspower“, die „Berlingas“ vom Stadtrand oder die Traditionstruppe „Je öller, je döller“ - die Themen wurden mit originell gestalteten Wagen und Kostümen sehenswert umgesetzt. Wenngleich Lokalkolorit weitestgehend Fehlanzeige waren: Vom Legoland der Draulzen Girls über die Achterbahn des Stuppertrupps bis hin zu „Wünne-Ahoi“ der „First Ladies“ oder dem „Zirkus der ollen, dollen Weiber. Letztere hatten zum großen Finale vor dem Rathaus dann noch ihren ganz großen Auftritt. Unter dem Jubel der jecken Massen musste Bürgermeister Theo Hilchenbach seinen großen Rathaus-Schlüssel der Truppe unter der Leitung von Heide Holstein überlassen.

Niemals ein Vorort von Olpe sein

Und Hilchenbach ließ die Gunst der Stunde nicht verstreichen, passende Worte an sein Volk zu richten, bevor er denn seine Macht endgültig in närrische Hände übergeben musste. Kostprobe mit Blick auf den Wechsel im Amt des stellv. Bürgermeisters und auf dem Beigeordnetenstuhl: „Wie Ihr seht, hab’ ich dies Jahr zwei ganz neue Knappen, nach der Wahl konnt’ die SPD sich die Stelle hier schnappen, und im Rathaus sitzt auf dem Stuhl vom Kleinen der Lange, der hat schon am 11. 11. gezeigt, dass ihm vor den Frauen nicht bange.“

Außerdem erteilte der Bürgermeister einer Fusion mit der Kreisstadt eine schallende Absage: „Doch eins wäre für echte Dräulzer sicher die größte Pein, wenn wir irgendwann sollten ein Vorort von Olpe sein. ... .“ Dann auch ein bisschen Wehmut mit Blick auf seinen Abschied: „Für alle, die hier sind und wissen’s noch nicht, für mich ist am 20. 10. hier Schicht. Es war immer schön, von hier zuzuseh’n, und mit Euch dann in Zelt oder Halle zu geh’n.... .“

Kasperlemütze für Bürgermeister

Der Zirkus „Je öller, je döller“ hatte auch lustige Verse mitgebracht: „Im Rathaus, Ihr Jecken, Ihr könnt es mir glauben, ist ein politischer Zirkus, Ihr würdet staunen... . Drum ist es gut und wichtig, das die Macht bekommen wir, deshalb sind wir vom Zirkus Je öller, je döller auch heute hier... .“ Der Bürgermeister tauge aber auch nach der Machtübernahme noch zu etwas, zu einem Kasperle, meinten die frechen Weiber. Und kurzerhand streiften sie ihrem Theo eine Kasperlemütze übers weis(ß)e Haupt. Fotostrecke: www.westfalenpost.de/olpe

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