Dr. Cohn kauft roten Komplex in Finnentrop
07.02.2012 | 16:42 Uhr 2012-02-07T16:42:00+0100
Finnentrop. Der „rote Geschäftskomplex“ in Finnentrop gehört jetzt einer Gesellschaft mit Sitz in London und Jerusalem.
Der Nettomarkt und das rote Kopfgebäude am Finnentroper Bahnhof, auf die Hoffnungen der Gemeinde als „Anker“ für eine Wiederbelebung der Finnentroper Tallage ruhen, haben einen neuen Besitzer.
Der Gebäudekomplex, der von Erbauer und Investor Meyer & Partner aus Neheim seit dem vergangenen Oktober für 2,56 Mio. Euro zum Kauf angeboten wurde, wurde von Dr. John Cohn in London erworben. Cohn wurde 1937 in Attendorn als Hans Edmund Cohn geboren, dessen Familie in der Wasserstraße ein Geschäft betrieb.
Infolge der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurden in Attendorn am frühen Morgen des 10. November die Schaufenster des Kaufhauses Cohn eingeworfen und am Vormittag die Räume verwüstet. Auch die Geschäfte und Häuser weiterer jüdischer Attendorner Familien wurden zerstört. In Folge dieses Gräueltaten wanderte die Familie Cohn 1939 nach England aus, wo Dr. John Cohn heute noch lebt.
Er besitzt mehrere Immobilien in der Attendorner Innenstadt und erklärte in einem kurzem Telefonat mit unserer Zeitung, dass er das Objekt in Finnentrop nicht für sich persönlich, sondern für eine Gesellschaft mit Sitz in London und Jerusalem erworben habe. Das Objekt in Finnentrop werde auch weiterhin von Meyer & Partner bewirtschaftet.
Auf dem insgesamt knapp 5 000 qm großen Grundstück steht der Netto-Markt mit einer Nutzfläche von 1 000 qm und einer Bäckerei. Im Erdgeschoss des roten Vorbaus ist auf 234 qm ein Reisebüro mit DB Ticketshop untergebracht, das erste Obergeschoss ist an eine Physiopraxis vermietet und im zweiten Obergeschoss stehen derzeit noch 210 qm leer.
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