Die Haselmaus ist noch da, die Geduld ist weg

Attendorn..  Die Entwicklung des Ferienhausgebietes in der Waldenburger Bucht kommt nicht so voran, wie es geplant war. Ob es überhaupt jemals zu einem Ferienhausgebiet unterhalb des Skywalks kommt, scheint derzeit fraglicher denn je.

Uwe Waschke, Amt für Planung und Bauordnung der Stadt Attendorn, bestätigt den Verzug: „Die Verhandlungen mit MI Haus haben noch kein abschließendes Ergebnis.“

Planungsrelevante Tierarten

Eigentlich sollten, so Kai Richter (Mediinvest) im vergangenen Jahr im Gespräch mit dieser Zeitung, spätestens 2015 die ersten Ferienhäuser entstehen und selbst dieser Zeitplan hinkte den ursprünglichen Planungen schon hinterher.

Verzögert hatten sich die Planungen durch die Suche nach der Schlingnatter und Haselmaus, „beides“, wie Uwe Waschke bestätigt, „planungsrelevante Tierarten“. Untersuchungen in der Waldenburger Bucht haben ergeben, dass die Schlingnatter dort nicht zu finden ist, die Haselmaus aber sehr wohl. Das bedeutet: Die Haselmaus muss mit Lebendfallen gefangen und umgesiedelt werden. Danach müssen die Nager an ihrem neuen Standort beobachtet werden, um sicherzustellen, dass sie ihn auch annehmen. Erst danach kann mit der Erschließung des Geländes begonnen werden.

Böschungswinkel und Grünplan

Und an dieser Stelle hakt das Verfahren. Noch ist keine einzige Haselmaus gefangen oder umgesiedelt worden. Damit will die Stadt Attendorn warten, bis die kompletten, vom MI Haus angeforderten Planungsunterlagen vorliegen: „Und das ist“, so Waschke, „bislang nicht der Fall.“

Offensichtlich sind sich Stadt und MI Haus nicht einig, in welchen Abschnitten das Ferienhausgebiet erschlossen und gebaut werden soll. Im vergangenen Jahr hatte Kai Richter darauf hingewiesen, dass die Erschließung des Gebietes mit drei Millionen Euro der größte Posten sei und man sie deshalb „step by step“ angehen wolle.

Da spielt die Stadt aber nicht mit: Zwar müsse nicht das ganze Ferienhausgebiet in einem Zug entstehen, so Waschke, aber es müssten Pläne vorgelegt werden, aus denen klar hervorgehe, wann man ein komplettes und funktionierendes Ferienhausgebiet habe.

Eine Forderung, die Kai Richter nicht mehr nachvollziehen kann: „Wir sollen jetzt eine Detailplanung vorlegen mit Böschungswinkeln und einer Grünplanung. Wenn wir das machen, müssen wir noch einmal 500 000 Euro in die Hand nehmen. Unter anderem für eine Grünplanung, die mussten wir noch nirgendwo vorlegen.“

Richter kritisierte, dass es einfach nicht voran gehe. „Seit Jahren geht es in Attendorn immer um dieselben Fragen wie zum Beispiel das Verkehrskonzept. Aber nichts geht weiter. Auf Ibiza und Teneriffa haben wir teilweise zwei Jahre später mit den Planungen begonnen und bauen jetzt.“ Richters

Seine Idee ist es, mit fünf oder zehn Häusern zu beginnen, das Gebiet langsam zu entwickeln und zunächst vom Campingplatz aus zu managen.

Fünf verlorene Häuschen?

Eine Idee, mit der sich die Stadt nicht anfreunden kann. Denn lassen sich die Häuser nicht so vermarkten wie erhofft, stehen fünf oder zehn „verlorene“ Häuschen am See.

Viel Optimismus strahlt Kai Richter nicht mehr aus: „Es gibt ja einen neuen Bürgermeister in Attendorn, den haben wir noch nicht kennengelernt. Wichtig scheint ihm das Projekt ja nicht zu sein.“