Die Farbwelten des blühenden Lebens

Olpe..  Wieder bunt und farbenfroh ist es in der S-Galerie der Sparkasse Olpe. Werner Rudolph, Leiter Privatkunden, präsentierte den Gästen der 49. Vernissage Malerei, Zeichnungen und Druckgrafik des Olper Künstlers „Ander“, mit bürgerlichem Namen Andreas Müller.

Die insgesamt fast 40 Werke können bis zum 15. Mai zu den Öffnungszeiten der Sparkassenhauptstelle angeschaut und käuflich erworben werden. Auf den Titel der Ausstellung („Das blühende Leben“) ging Kunsthistorikerin Andrea Arens in ihrer Eröffnungsrede ein. Sie hob hervor, dass man sicher darunter farbenprächtige Blüten vorstellen könne. So seien als Einstieg in den Rundgang Blüten von Rosen bis Rhododendron zu sehen.

Zwei Gewächse, die den Künstler besonders faszinieren. Den Ausstellungstitel verknüpft „Ander“ in den gezeigten Werken auch mit existenziellen Fragen und Lebenseinstellungen. In fotorealistischer Manier hat der Künstler prachtvolle Blüten als Einzelstücke herausgegriffen. Besonders augenfällig: Die Blüten sind stets bildfüllend und ihre Schönheit wird laut Andrea Arens durch die überdimensionale Größe gesteigert.

Nuancenreiches Farbspiel

Die Wiedergabe von Stofflichkeit sei ein Thema, mit dem sich „Ander“ immer wieder in seinem Werken auseinander setze. Signifikant dabei: Die Zartheit der Blütenblätter und darauf der Glanz der Sonne, der sich mitunter in Regentropfen reflektiert. Die Darstellung von Stofflichkeit und Lichtreflexion stehe in den Blütenstudien im Vordergrund, hob Arens hervor. Durch Alltägliches und akribisch wiedergegebene Stofflichkeit, die „Ander“ meist aus fotografisch festgehaltenen Eindrücken neu komponiere, schaffe er eigene Bildwelten.

„Fotorealismus ist durch die Technik der Ölmalerei erreichbar. Handwerkliche Techniken des Spätmittelalters und Renaissance sind dabei für Ander vorbildhaft. Der Bildgrund wird mit einer Imprimitur versehen. Das Auftragen von Lasuren in vielen Schichten mit oft durchscheinendem Charakter schafft unterschiedliche Farbwerte, die der Malerei Tiefe und ein nuancenreiches Farbspiel verleihen“, so Andrea Arens.

Traumhaftes wird anschaulich

Das langsame Trocknen der Ölfarben lasse dem Künstler Zeit, den Arbeitsschritt auf sich wirken zu lassen und den Farbauftrag weiter zu modulieren. Eine am Fotorealismus orientierte Malerei mit leuchtenden, sich je nach den Lichtverhältnissen ändernden Farbwelten sei so möglich. Neben Objektstudien seien es motivreiche und erzählerische Arbeiten, die das Oeuvre bestimmen. In Anlehnung an die Ästhetik des Surrealismus werde ohne Rücksicht auf die naturgesetzliche kausale Ordnung der Dinge das Unbewusste, Traumhafte in der für „Ander“ typisch satirischen Manier anschaulich gemacht.