Die ersten Schutzhütten in Nepal sind fertig

Norbert Grobbel aus Olpe hilft im Erdbebengebiet in Nepal.
Norbert Grobbel aus Olpe hilft im Erdbebengebiet in Nepal.
Foto: WP

Olpe..  Es sind schlimme Bilder, die Norbert Grobbel aus Nepal nach Deutschland schickt. „Viele Orte, die ich bisher besucht habe, sind fast völlig zerstört, die Gebäude sind eingestürzt. Oft schlafen Menschen aus Angst vor weiteren Nachbeben draußen“, sagt Norbert Grobbel am Telefon. Der 56-Jährige ist seit fast zwei Wochen in dem Erdbebengebiet, um zu helfen (wir berichteten).

Inzwischen haben Johannes Börger, Grobbels Freund aus Fleckenberg, und Norbert Grobbel mehr als 170.000 Euro an Spenden gesammelt. Grobbel hat in Nepal bereits einige Orte bereist und erste Projekte angestoßen. Angefangen hat er in Kutal, einem kleinen Dorf rund 30 Kilometer östlich der Hauptstadt Kathmandu. „Das wichtigste sind im Moment Unterkünfte für die Menschen, weil die Regenzeit bald beginnt“, sagt er.

800 Schutzhütten

Dafür kauft er immer wieder Bleche, die für den Bau von kleinen Schützhütten gebraucht werden. Insgesamt will er mehr als 800 Familien in verschiedenen Dörfern mit solchen „Sheltern“ versorgen. Inzwischen ist er bis Jiri gekommen, einem Bergdorf etwa 190 Kilometer östlich der Hauptstadt. In den 80-er Jahren hat er dort zwei Jahre als Entwicklungshelfer gearbeitet. Jetzt konnte er dort spontan einem Landwirt helfen, seine Kornmühle weiter zu betreiben, die in einem Haus stand, das einzustürzen drohte: „Ich habe ein paar Bleche gekauft, damit er eine kleine, regendichte Hütte für die Mühle bauen und wieder Mais, Weizen und Hirse zu Mehl verarbeiten kann.“ Jetzt müssen die Dorfbewohner keinen Reis mehr kaufen und können ihre Lebensmittel wieder selbst herstellen, freut sich Grobbel. Außerdem will er eines der Krankenhaus- Gebäude in Jiri reparieren. Eventuell wird auch später ein Neubau finanziert. Zur Zeit sind die Patienten in Zelten untergebracht, weil die Gebäude einzustürzen drohen.

Weitere Helfer

Bald bekommt Norbert Grobbel in Nepal weitere Unterstützung. Am gestrigen Freitag brach seine Schwester Marianne Nijeholt aus Schmallenberg- Werpe nach Nepal auf. Sie ist Krankenschwester und hat von 1986-1988 in Nepal gelebt. Die 54-Jährige wird dort drei Wochen in einer temporären Außenstation eines Krankenhauses im Distrikt Sindhupalchok arbeiten.

Am Dienstag reist auch Johannes Börger nach Nepal – zusammen mit den Fleckenbergern Thomas Bette und Sanjiv Shrestha. Beide sind Handwerker und werden freiwillig mitanpacken. Johannes Börger bleibt sechs Wochen, will im Herbst aber noch mal hin. Er und Norbert Grobbel wollen gerne langfristig helfen und freuen sich über weitere Spenden. „Natürlich ist es auch wichtig, dass weiter Touristen in das Land reisen. Davon leben die Nepalesen ja. Wer interessiert ist, kann mich gerne (im Herbst) begleiten“, so Johannes Börger.