Dichtheitsprüfung ein Dauerbrenner

Dietmar Heß bei der Einwohnerversammlung in Schönholthausen. Ein Schwerpunkt war die Windenergie, aber auch die Dichtheitsprüfungen.
Dietmar Heß bei der Einwohnerversammlung in Schönholthausen. Ein Schwerpunkt war die Windenergie, aber auch die Dichtheitsprüfungen.
Foto: Sander-Graetz
Was wir bereits wissen
Die Prüfung privater Abwasserleitungen sorgt immer wieder für Diskussionen.

Schönholthausen..  Neben der Windenergie (wir berichteten) war auch die Dichtheitsprüfung privater Abwasserleitungen ein Thema, das den Bewohner von Schönholthausen, Ostentrop und Umgebung unter den Nägeln brennt. „Ich könnte mir vorstellen, dass man aus den Gewinnen der Windenergie Mittel außerhalb des Haushaltes für die Dichtungsprüfung hier im Bereich zur Verfügung stellen könnte“, deutete Bürgermeister Heß bei der Einwohnerversammlung am Mittwochabend eine mögliche Unterstützung an.

Immerhin müssen Haushalte innerhalb von Wasserschutzgebieten diese Prüfung machen und die sind wiederum im Frettertal. So befinden sich von 4765 Gebäuden in der Gemeinde 1348 in Wasserschutzgebieten. Davon wiederum 1276 im Schutzgebiet Frettertal und 72 im Schutzgebiet Benders Wiese. Das kuriose ist, 718 dieser Gebäude in beiden Gebieten müssen diese Prüfung nicht machen zur Sicherstellung des Trinkwassers in der Gemeinde, sondern in der Nachbarkommune. Außerdem bekommt keiner dieser Hauseigentümer sein eigenes Trinkwasser aus diesen beiden Schutzgebieten. Trotzdem gilt für sie, ist die Abwasserleitung seines Hauses vor dem 1. 1. 1965 verlegt worden, muss der Hauseigentümer diese Prüfung bis Ende des Jahres durchgeführt haben. Häuser späteren Baualters haben Zeit bis Ende 2020. Die Kosten trägt dabei bis jetzt der Hausbesitzer. Die Prüfung muss dann alle 30 Jahre wiederholt werden.

Freiwillige Leistungen

„Wir könnten hier die Betroffenen aus freiwilligen Leistungen seitens der Gemeinde unterstützen, aber dann müssten andere freiwilligen Leistungen, die wir jetzt zahlen, gestrichen werden“, machte Heß deutlich. „Vielleicht könnte man aber Erträge aus der Windkraft in den betroffenen Räumen einsetzen. Aber bis 2019 packen wir das Thema jetzt erst einmal nicht mehr an.“

Der Bau eines neuen Wasserwerkes hingegen hat die Gemeinde angefasst. So hat sich die Gemeinde eine wasserrechtliche Erlaubnis bis zum Jahre 2040 gesichert. Die Auflage: Das Rohwasser musste aufbereitet werden.

Daher beschloss der Rat im neuen Wasserwerk bei Müllen zusätzlich eine Umkehrosmose zu installieren, die die Wasserhärte reduzierte. Für diese neue Anlage wurde im Oktober 2013 der Grundstein in Müllen gelegt. Seit Ende vergangenen Jahres ist sie jetzt in Betrieb. Das bestehende Pumpwerk und der Brunnen von Müllen bleiben unverändert bestehen. Allerdings wird sich der Wasserpreis um rund 30 Cent pro Kubikmeter erhöhen. „Der liegt zurzeit bei 1,24 Euro“, so Heß.

Strom und Gas

Neben dem Wasser will die Gemeinde ab dem 30. Juni 2015 das Strom- und ab dem 29. Februar 2020 auch das Gasnetz in der Gemeinde übernehmen. „Auch hier wollen wir die Möglichkeit der Einflussnahme haben.“

Bei der Breitbandversorgung machte Dietmar Heß den Zuhörern ebenfalls Hoffnungen. Nach unzähligen Absprachen mit der Telekom hofft man jetzt auf eine Lösung und den Ausbaubeginn Ende des Jahres. „Die Telekom hat noch ein paar vergessene Leerrohre gefunden und weitere Einsparmöglichkeiten.“ Gelingen sollte auch die Übernahme des Saals Melcher in Ostentrop durch die Dorfinitiative im Rahmen des LEADER Projektes. „An solchen Projekten können Dörfer wachsen und ihre Zukunft mitentwickeln.“

Des Weiteren soll der Schulstandort Schönholthausen erhalten bleiben, auch wenn die Zahlen rückläufig sind.