Der Windkraft geopfert?

Hochspannungsleitungen und Windkraft. Beschreibung für das Repetal der Zukunft?
Hochspannungsleitungen und Windkraft. Beschreibung für das Repetal der Zukunft?
Foto: dpa
Mit dem Vorwurf, die Landschaft des Repetals solle der Windkraft geopfert werden, meldet sich die „Bürgerinitiative Lebenswertes Repetal“ zu Wort.

Repetal..  Mit dem Vorwurf, die Landschaft des Repetals solle der Windkraft geopfert werden, meldet sich die „Bürgerinitiative Lebenswertes Repetal“ zu Wort. Sie hat nach Angaben des Sprechers Gerd Pulte die Aufgabe, „gegen gesundheitliche Gefährdung, Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes, Eingriffe in den Natur- und Umweltschutz sowie Vorhaben, die dem Tourismus schaden, vorzugehen.“

Derzeit konzentrierten sich die Aktivitäten auf das Repe- und Bremgetal, und die dort geplante Ausweisung von Vorrangflächen für Windparks. Die Bezirksregierung Arnsberg hat im Stadtgebiet Attendorn 347 ha Vorrangflächen für Windkraftanlagen geplant; ca. 80 % davon entfallen auf das Repe- und Bremgetal. Die Stadt Attendorn möchte nun einen Bürgerwindpark planen und errichten.

Gigantisches Ausmaß

Die Errichtung von Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von ca. 250 m (die Höhe des Kölner Doms beträgt zum Vergleich 157m) möchte die Bürgerinitiative verhindern. Gerd Pulte: „Die Kommunalpolitik begründet die schnelle Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraft damit, dass die Verspargelung der Landschaft des Stadtgebietes Attendorn verhindert werden soll. Diese Verspargelung entfällt auch nicht damit, dass die Windkraftanlagen im Repe- und Bremgetal aufgestellt werden. Unsere Landschaft soll scheinbar klaglos geopfert werden.“

Den allgemeinen Beteuerungen der Windkraftbefürworter, die Windräder würden das Landschaftsbild und den Tourismus nicht schädigen, könne man bei den gigantischen Ausmaßen der geplanten Anlagen keinen Glauben schenken: „Unglaubwürdig und beschönigend sind die bisherigen Angaben zu der Umweltverträglichkeit, der Lärmbelastung, dem Schattenwurf, dem Einfügen in das Landschaftsbild und den denkbaren Gesundheitsgefährdungen z. B. durch Infraschall“, so Pulte weiter.

Die Bürgerinitiative rügt das Verhalten von Bürgermeister, Stadtverwaltung und Kommunalpolitik mit der voreiligen Gründung der Projektentwicklungsgesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt. Hiermit sollten unumkehrbare Fakten für die Entstehung von Windparks geschaffen werden, obwohl die Windkraft inzwischen auch zunehmend kritisch gesehen werde.

Zunehmende Kritik

Die zunehmende Kritik an der einseitigen Förderung der Windkraftanlagen berücksichtige auch der Entwurf für den neuen Landesentwicklungsplan von Nordrhein-Westfalen, in dem inzwischen nur noch von Kann-Bestimmungen und nicht mehr von Muss-Bestimmungen für die Ausweisung der Vorrangflächen die Rede sei.

„In diesem Zusammenhang ist für uns das Vorpreschen der Stadt Attendorn mit der Gründung der Projektentwicklungsgesellschaft gemäß dem Bericht der Westfalenpost vom 12. Juni mit dem Zitat „Aber die Windkraft ist beschlossene Sache und die Stadt Attendorn wird Konzentrationszonen ausweisen“ absolut unverständlich“, so Gerd Pulte.

Und weiter: „Dieses widerspricht eindeutig den Aussagen des Bürgermeisters hinsichtlich Transparenz, ergebnisoffenen Prüfungen und dem Versprechen, „Betroffene zu Beteiligten“ zu machen. Auch der vorauseilende Gehorsam der politischen Vertreter des Repetals ist nicht nachvollziehbar.“