Der tragische Tod von Hubert Müller ist bis heute nicht aufgeklärt

Albaum/Flape..  War es ein tragisches Unglück, ein Versehen oder „nur“ eine Kriegshandlung? Waren es die Amerikaner oder vielleicht sogar deutsche Soldaten auf dem Rückzug? Keiner weiß heute, was am 14. oder 15. April auf dem Höhenzug zwischen Flape und Würdinghausen genau passiert ist. Am 15. April 1945, heute vor 70 Jahren, wurde der damals 26-jährige Hubert Müller aus Albaum von mehreren Kugeln getroffen tot aufgefunden. Ein von der Familie errichtetes und gepflegtes Eichenkreuz erinnert bis heute an der Stelle, wo er damals gefunden wurde, an den Priesteramtsanwärter aus Albaum, der in den letzten Kriegstagen zu Tode kam.

Das Kreuz steht direkt am alten Prozessionsweg von Kirchhundem nach Albaum in einem kleinen Fichtenwald. IN PACE steht in großen Lettern oben am Kreuz und am Fuße des Kreuzes ist eingraviert: Hier fiel Hub. Müller, stud. theol., geboren am 10. Januar 1919, gestorben am 15. April 1945.

Zum 100-jährigen Jubiläum des Albaumer Schützenvereins hatte der Verein ein Buch über die gefallenen und vermissten Soldaten der beiden Weltkriege veröffentlicht. Dort sind zwei Seiten auch dem Unteroffizier Hubert Müller gewidmet.

Früher Priesterwunsch

Hubert war das dritte von acht Kindern der Familie Müller. Schon in der Jugend fasste er den Entschluss Priester zu werden. Nach dem Abitur 1937 in Oberlahnstein begann er sein Theologiestudium an der erzbischöflichen Akademie in Paderborn, bis er im Mai 1940 zur Wehrmacht eingezogen wurde. Nach vier Jahren an der Ostfront in Russland wurde der Unteroffizier Ende 1944 an die Westfront versetzt, wo er an den Kämpfen im Ruhrgebiet teilnahm.

Als die Gegenwehr der Wehrmacht in den letzten Kriegstagen mehr und mehr zusammen brach und sich die deutschen Truppen v ielfach in Auflösung befanden, machte er sich auf den Heimweg nach Albaum. „Auf dem Heimwege aber - kurz vor dem Ziel - fand er den Soldatentod. Am 15. April 1945 wurde er im Gehölz bei Flape von mehreren Schüssen niedergestreckt aufgefunden“, hießt es auf dem Totenzettel. Hubert Müller wurde auf dem Friedhof in Albaum beigesetzt. Er war der dritte Sohn der Familie Müller, der nicht aus dem Krieg heimkehrte. Sein Bruder Willi war am 29. Februar 1944 gefallen, sein Bruder Franz erst wenige Wochen vor Hubert am 24. Februar 1945. Die genauen Umstände seines Todes wurden nie richtig aufgeklärt.