Der Mitternachtssonne entgegen

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Was wir bereits wissen
Die drei Nordkap-Fahrer, die am 14. Mai um punkt 9.20 Uhr in Elspe mit ihren Traktorgespannen aufgebrochen sind, um die Mitternachtssonne am Nordkap zu erleben, haben den Polarkreis erreicht.

Lennestadt/Attendorn..  Die drei Nordkap-Fahrer Hubert Hufnagel aus Elspe, Helmut Daus aus Melbecke und Stephan Kraus aus Attendorn, die am 14. Mai um punkt 9.20 Uhr in Elspe mit ihren Traktorgespannen aufgebrochen sind, um die Mitternachtssonne am Nordkap zu erleben, haben den Polarkreis erreicht. Bereits auf dem deutschen Teil der Abenteuerfahrt machten die drei viele positive Erfahrungen und stießen immer wieder auf Menschen, die ihnen halfen und ihnen die Möglichkeit gaben, auf ihren Höfen und Plätzen zu übernachten. So verbrachten die drei zwei Tage und Nächte auf dem Gelände der Firma „Abschleppharry” in Rostock-Bentwisch, ehe sie einen Tag früher als geplant mit der Fähre Nils Holgerson Trelleborg in Schweden übersetzten.

Trecker schnurren wie die Kätzchen

Die ersten 600 Kilometer legte man ohne Probleme zurück, die 50 Jahre alten Traktoren stellten ihre Zuverlässigkeit und Robustheit unter Beweis: „Die Trecker schnurren wie die Kätzchen“, so Hubert Hufnagel. Allerdings bereitete alsbald die Routenführung Probleme, da die mitgeführten Navigationsgeräte trotz neuester Kartensätze insbesondere in großen Städten nicht alle Schnellstraßen anzeigten.

Auf ihrer Fahrt durch Süd- und Mittelschweden verstärkten sich die positiven Eindrücke von Schweden, der weiten Landschaft und den hilfsbereiten Menschen noch mehr. Hubert Hufnagel in seinem Blog: „Es gab bisher keinerlei Probleme, abends geeignete Standplätze für unsere doch ordentlich Raum beanspruchenden Gespanne zu finden. Strom und Wasser wurden uns, ohne groß nachgefragt zu haben, wie selbstverständlich kostenlos zur Verfügung gestellt.“

In Nordschweden erreichen die Begriffe Weite und Raum „unvorstellbare Dimensionen“. Hubert Hufnagel: „Je weiter es nach Norden geht, desto größer werden die Entfernungen zwischen den Städten und Dörfern. Bemerkenswert sind die vielen einsamen Einzelhofplätze. Menschen um einen herum werden immer seltener und der Verkehr auf den Straßen immer weniger. Die Einsamkeit und Weite rufen Gedanken hervor, die einem im normalen Tagesablauf zu Hause so eher nicht in den Sinn kommen. Hat sich die Landschaft auch verändert, so bleiben die Menschen doch gleich freundlich, herzlich und hilfsbereit.“

2 420 km ohne Probleme

Wegen der schon aus Mittelschweden bekannten Probleme in Bereich größerer Städte auch in den Stadtbereichen an der Küste des Bottnischen Meerbusen, haben die Nordkap-Reisenden ihre Fahrtroute geändert. Statt über Umea und Lulea Richtung Finnland zu fahren, sind sie ab Sundsvall ins Landesinnere abgebogen und schließlich über Solleftea, Näsaker, Junsele und Asele bei Meselefors auf die E 45, den sogenannten Inlandsvägen, gefahren. Über Vilhelmina, Storuman, Sorsele, Arvidsjaur und Moskosel sind sie am Dienstag in Jokkmokk etwa zehn Kilometer nördlich des Polarkreises angekommen.

Bisher wurden 2 420 km ohne größere technische Probleme zurückgelegt, „nur die Stollen der reifen werden merklich dünner“, so Hubert Hufnagel. Jetzt sind noch weitere 820 Kilometer bis zum Nordkap zu bewältigen.