Der Geizige ist immer noch aktuell

Olpe..  Die Theatersaison der Stadthalle Olpe wird am Donnerstag, 22. Januar, mit der Komödie „Der Geizige“ von Molière fortgesetzt. Beginn ist um 20 Uhr.

Alle wollen nur sein Geld - Kinder, Kutscher, Koch - davon ist Harpagon überzeugt. Und Harpagon will vor allem eines: Mehr Geld. Radikaldiäten sind ebenso Ausdruck seines krankhaften Geizes wie Hungerlöhne und der feste Wille, seine Kinder gewinnbringend unter die Haube zu bringen: Tochter Élise will er mit dem reichen Anselmo verkuppeln, obwohl der ihr Vater sein könnte und Élise außerdem in seinen Angestellten Valère verliebt ist. Sein Sohn Cléante soll eine vermögende ältere Witwe heiraten, obwohl er viel lieber die junge, hübsche Mariane zur Frau nähme. Auf die hat allerdings Harpagon selbst ein Auge geworfen und drängt zur Hochzeit.

Lebenselexier gestohlen

Es wird eng für die entsetzten Kinder, die wissen, dass ihren Vater jetzt nur noch eines aufhalten kann: Geld, beziehungsweise der Verlust desselben. Als nun Harpagons Geldkassette verschwindet, gerät tatsächlich alles andere zur Nebensache. Der Geizige rast und tobt wie ein verzweifelt Liebender, weil ihm sein Lebenselixier gestohlen wurde. Ob er noch zur Vernunft kommt?

Mit Theatertruppe auf Wanderschaft

Molière wurde vermutlich am 13. Januar 1622 in Paris als Jean-Baptiste Poquelin geboren. 1643 gründete er in Paris eine Theatergruppe, doch das Projekt scheiterte und er begann eine dreizehn Jahre dauernde Wanderschaft durch die französische Provinz. Während dieser Zeit sammelte er wertvolle Erfahrungen nicht nur als Autor, sondern auch als Schauspieler und Regisseur. Zurück in Paris avancierte Molière schnell zum Liebling Ludwigs XIV. Seine Truppe wurde 1665 offiziell in den Dienst des Königs gestellt und entwickelte sich zum Vorläufer der Comédy-Francaise. 1672 entzog der König Molière seine Gunst. Dieser starb ein Jahr später unmittelbar nach der vierten Aufführung seines Eingebildeten Kranken. Er wurde auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise begraben.

Molières Komödie besticht auch 350 Jahre nach ihrer Entstehung durch zeitlosen Witz, hohes Tempo und trifft den Nerv der Zeit. In der hoch gelobten Inszenierung des Münchner Tourneetheaters spielen Nikolaus Paryla, Undine Brixner und Wolfgang Grindemann. Regie führt Nikolaus Paryla, der das Stück auch für die Bühne bearbeitet hat.