Dem neuen Dorfplatz steht nichts im Wege

Kirchhundem..  Als das ehemalige Wohnhaus Rötz ausbrannte, tat sich für die Gemeinde Kirchhundem eine ungeahnte Perspektive und eine große Chance für die Neugestaltung der Kirchhundemer Ortsmitte rund ums Rathaus auf.

Das knapp 300 qm-Grundstück wurde erworben, das Haus abgerissen. Seither dürfen sich Passanten und Anlieger über eine mit Bauzäunen eingepferchte Brache freuen. Denn mit der geplanten Um- bzw. Neugestaltung des Areals hat es so seine Tücken.

Bauamtsleiter Martin Leisse rechnete in der Sitzung des Bauausschusses vor: Ursprünglich habe die Verwaltung einen Betrag von 70 000 Euro im Haushaltsplan eingestellt. Inzwischen gehe man von Gesamtkosten von 65 000 Euro aus. Doch die Politik habe im Rahmen der Haushalts-Konsolidierung den Betrag auf 35 000 Euro reduziert. Leisse: „Mit dieser Summe können wir aber nicht alles finanzieren.“

Externe Fachleute engagiert

Die Personalkraft des Bauamtes reicht offensichtlich nicht aus, um entsprechende Planungen zu erarbeiten und dabei auch noch die Bevölkerung mit ins Boot zu nehmen. Ein externes Ingenieurbüro wurde engagiert, um der Leisse-Forderung nach einer „dreidimensionalen Betrachtungsweise des Platzes“ gerecht zu werden. Ein Endausbau des Dorfplatzes könne wegen fehlender Mittel 2015 nicht erfolgen. Die Planungen des Büros lägen Ende Mai auf dem Tisch. Jetzt solle erst einmal der Bauhof den Platz planieren und mit einigen Fuhren Feinabsiebung herrichten. Ein kniehoher Holm an den Platzgrenzen solle ein unkontrolliertes Befahren verhindern. Ausschuss- und Bürgervereinsmitglied Hartmann betonte, dass sich der Verein gerne bei der Gestaltung des Dorfplatzes aktiv einbringen möchte. Man habe errechnet, dass man mit viel ehrenamtlichem Einsatz mit den veranschlagten 35 000 Euro auskomme: „Wir möchten den Platz im Jahre 2015 fertig bekommen.“

Hinderungsgründe

Doch so einfach gehe das nicht, betonte Leisse. Dem ständen die verschiedenen Gewerke und natürlich Gewährleistungsfragen und die Verkehrssicherungspflicht im Wege.

Da kann der ehemalige Bauausschuss-Vorsitzende Gerhard Stamm nur den Kopf schütteln: „Warum setzt man sich nicht an einen Tisch, klärt baurechtliche, technische und gestalterische Fragen und überträgt das Projekt dann mit einem Gestattungsvertrag dem Bürgerverein? Es ist einfach nicht nachvollziehbar, dass angesichts von vier Ingenieuren im Kirchhundemer Bauamt für ein derartiges Projekt noch externer Sachverstand eingekauft werden muss. Es ist einfach nicht tragbar, was da abläuft.“

Pragmatische Lösungen seien auch bei diesem Dorfplatz möglich. Hervorragende Beispiele seien das bürgerschaftliche Engagement z.B. in Brachthausen, Flape oder ganz besonders in Würdinghausen. So bestehe auf dem Kirchhundemer Platz sicherlich bereits eine Entwässerungsmöglichkeit über bestehende Systeme.

Der Kirchhundemer Unternehmer Walter Mennekes möchte zum 80-jährgen Firmenjubiläum etwas für seinen Heimatort tun. Da wäre die Gestaltung des Dorfplatzes mit Bewuchs, Sitzgruppen und einem Brunnen sicherlich eine hervorragende Gelegenheit. Bei der man sicher auch ehrenamtliches Engagement mit einbeziehen könne.