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Plattdeutscher Messe

„De Welt is sou düster“

25.05.2010 | 12:25 Uhr
„De Welt is sou düster“

Attendorn. (ml) Seit exakt 30 Jahren werden nunmehr plattdeutsche Messen organisiert. Schon lange ist der plattdeutsche Kreis um Klaus Walter Hoberg und Dieter Auert ein richtiger Experte in dieser Richtung.

Am Pfingstmontag kamen über 600 Besucher zum Marienwallfahrtsort Waldenburg. Toni Teipel (89) von der ersten Stunde an dabei, begrüßte die Besucher in der plattdeutschen Muttersprache. Zelebrant war Domkapitular Josef Vorderwülbeke. Der Attendorner Pfarrer unterstützt seit nunmehr 15 Jahren den plattdeutschen Kreis, obwohl der Geistliche kein Platt spricht. Jedoch auf die plattdeutsche Predigt mussten die Gläubigen deshalb nicht verzichten. Rudolf Hellner (Holzweg) hatte die unter der Überschrift stehende Predigt „Was hat ein Navigationssystem im Auto mit dem Heiligen Geist zu tun“ in die Muttersprache übersetzt und auch vorgetragen. So konnte Josef Vorderwülbeke einmal seine eigene Predigt hören.

Auch die Lieder, das Credo, die Fürbitten und das Gabengebet wurden in Platt gesungen bzw. gesprochen. So betete Elsbeth Schulte aus Windhausen zur Mutter Maria „De Welt is sou düster, un de Welt is so schwuatt, se wellt nit me hören opp Gueres Gebout“. Nach dem Abschluß der Messe ging es gleich wieder weltlich zu, indem Musikzugführer Wolfgang Schulte bei seinen Musikern von der Freiwilligen Feuerwehr Attendorn den Marsch „Frei weg“ intonierte.

Im Jahren 1980 fand die erste plattdeutsche Messe im Sauerländer Dom statt. Damit hatte alles begonnen. Die damalige Mitarbeiterin Gunhilde Lüttecke schrieb hierzu: „Die Sprache war zwar alt, doch die Probleme, zu denen Probst Dünnebacke aus Brilon in der Predigt der plattdeutschen Messe Stellung nahm, waren hochaktuell. Wenn Ausdrücke wie „Schmandfurterie“ oder „moralische Schiete“ zu hören waren, wurden dadurch Mißstände in markanter Weise verdeutlicht. Mit der plattdeutschen Messe von Th. Pröpper umrahmte der MGV „Sauerlandia“ den von Dechant Klinhammer und Probst Dünnebacke zlebrierten Gottesdienst.“

WP Redaktion

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