„Das Kind hat sicherlich 100 000 Schutzengel gehabt“

Meggen..  „Das ist wie ein Wunder“, atmete gestern eine Nachbarin in einer Wohnstraße in Meggen auf. Am Mittwochabend war es zu einem Verkehrsunfall gekommen, der tödlich hätte enden können.

Es ist nur ein knappes halbes Jahr her, seit der jungen Familie mit zwei kleinen Kindern die Flucht aus Syrien gelang. Sie fand eine neue Bleibe in Lennestadt. Die dreijährige Tochter spielte am Mittwoch mit einer Freundin draußen vor dem Haus. „Das ältere Mädchen kauerte hinter einer Mauer, die 3-Jährige wollte zu ihr und rannte plötzlich zwischen zwei geparkten Autos hindurch auf die Straße“, erinnert sich eine Augenzeugin. Eine BMW-Fahrerin (19) konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten. Sie versuchte noch nach rechts auszuweichen, erfasste aber das Mädchen mit der Fahrzeugfront, warf es zu Boden und fuhr komplett über das auf der Straße liegende Mädchen hinweg. „Das Kind muss 100 000 Schutzengel haben“, zeigten sich die Nachbarn sichtlich erleichtert. Denn das Mädchen wurde weder von den Rädern noch vom Unterboden des Autos getroffen. Das lag höchstwahrscheinlich daran, dass die Autofahrerin ihr Fahrzeug mit den rechten Rädern auf den ca. 8 cm hohen Bürgersteig gelenkt hatte. Dadurch wurde die Distanz zwischen Fahrzeugunterseite und Fahrbahn vergrößert.

Es dauerte eine ganze Weile, bis ein Dolmetscher vor Ort war. In der Zwischenzeit gelang es den Polizeibeamten, den sichtlich geschockte Vater wieder zu beruhigen, während die überglückliche Mutter ihr weinendes Kind in die Arme nehmen und trösten konnte. Vorsorglich wurde die Dreijährige zur intensiven Untersuchung in eine Kinderklinik gebracht, die sie aber bereits am gestrigen Mittag wieder verlassen konnte. „Wir sind unendlich erleichtert, dass alles so glimpflich abgelaufen ist“, freute sich ein Nachbar.