„Das Basislager für die Familie bleibt Attendorn“

Attendorn / Düsseldorf..  Attendorns ehemaliger Bürgermeister Wolfgang Hilleke hat eine neue Aufgabe gefunden. Ein gutes halbes Jahr nach seiner Abwahl im Mai 2014 wechselt er in die Geschäftsleitung des Düsseldorfer Unternehmens LIM (Lindner Investment Management GmbH). Sein Büro liegt allerdings nicht am Rhein, sondern an der Mecklenburgischen Seenplatte. Hilleke fungiert als Bindeglied zwischen der LIM und der Fleesensee Holding. Wir sprachen mit ihm über seine künftigen Aufgaben.

Frage: Sauerland – Mecklenburgische Seeplatte, Rathaus Attendorn – Fleesensee Holding? Wie ist dieser Kontakt entstanden?

Wolfgang Hilleke: Angesprochen worden bin ich von Kai Richter, dem Managing Director von LIM. Richter und Jörg Lindner engagieren sich über die MI-Haus bekanntlich auch in der Waldenburger Bucht mit dem künftigen Ferienhausgebiet, daher kennen wir uns.

Wer oder was ist die Fleesensee
Holding?

Die LIM hat im vergangenen Jahr das rund 550 Hektar große „Land Fleesensee Resort“ erworben. Eine Anlage mit einem Schlosshotel, familienfreundlichen Dorfhotel, dem einzigen deutschen Robinson Club, fünf Golfplätzen, einem riesigen Spa und vielem mehr. Gebaut wurde sie für über 200 Millionen Euro und 2000 vom damaligen Bundeskanzler Schröder eröffnet. Das Resort ist mit mehr als 500 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber in der Region.

Was genau wird Ihre Aufgabe sein?

Die LIM hat ein Konzept entwickelt, wie das Ferien- und Golfresort in den kommenden Jahren sein Potenzial ausschöpfen kann. Hierzu soll im zweistelligen Millionenbereich investiert werden. Da müssen Dinge vorangetrieben werden, es müssen Kontakte zu den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung sowie den Partnern gepflegt werden. Ich werde dort eine Mannschaft führen, die darauf brennt, das Konzept umzusetzen. Daneben fungiere ich sozusagen als Bindeglied zwischen Düsseldorf und dem Fleesensee

Was reizt an dieser Aufgabe?

Etwas völlig Neues auszuprobieren, ein neues Umfeld und eine neue Aufgabe, und das in einer der beliebtesten Ferienregionen Deutschlands. Ich werde viel mit Menschen zu tun haben und bin in ein Projekt mit unglaublicher Dynamik eingestiegen, in dem viel bewegt werden soll, wo man also etwas machen und weiter entwickeln kann.

Brechen Sie hier alle Zelte ab?

Nein, das Basislager ist Attendorn, meine Familie bleibt erstmal hier. Wie sich das entwickelt, muss man dann mal sehen. Das Resort liegt zentral zwischen Hamburg und Berlin mit jeweils nur rund anderthalb Stunden Fahrtzeit und ist verkehrstechnisch hervorragend angeschlossen. Bis nach Rostock fährt man zum Beispiel nur 40 Minuten.

Mit der neuen Aufgabe vor der Brust ein Blick zurück. Im Zorn?

Nein, gar nicht. Das ist für mich abgeschlossen. Ich war und bin der festen Überzeugung, dass in Attendorn dringend etwas passieren muss, man etwas bewegen muss, weil die Stadt anderenfalls Gefahr läuft, den Anschluss zu verlieren. Gerade Olpe und Altenhundem entwickeln sich beeindruckend, auch Plettenberg ist hier zu nennen.


Was hat sie angetrieben?
Möglicherweise fehlten mir als parteilosem Bürgermeister und damit politischem Einzelkämpfer das Netzwerk und die Kanäle, um deutlich zu machen, was mich angetrieben hat und vor welchen großen Herausforderungen die Stadt steht. Aber das spielt nun keine Rolle mehr. Ich wünsche den politisch Verantwortlichen Weitsicht, Kraft und den Mut, jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen. Einen Bürgermeister kann man abwählen, die Probleme nicht.