Christliche Wurzeln halten nicht mehr als Lebensfundament

Drolshagen..  „Viele beneiden uns um diese Institution“, hob der 1. Brudermeister der Schützenbruderschaft Iseringhausen, Daniel Clemens in seiner Begrüßung hervor und meinte damit den Stellenwert der traditionellen Zusammenkunft der Schützen des Drolshagener Stadtgebiets. Die Idee des Sebastianustages, initiiert vom ehemaligen Drolshagener Pfarrers Udo Linke (†) sei vergleichbar mit einer kleinen Pflanze, die stetig gewachsen sei. „Meine Generation hat zur Gründung nicht beigetragen, umso wichtiger ist es, dass wir sie heute weitertragen“, appellierte Clemens an die rund 250 anwesenden Schützen.

Bürgermeister Theo Hilchenbach hofft, dass aus dem ereignisreichen Jahr 2014 nicht nur Negatives in Erinnerung bleibe und hob hervor, dass sich die Schützen besonders dem Zeitgeist anpassen. Das Stadtoberhaupt mahnte, dass Flüchtlinge nicht zum Spielball werden dürften und rief die Schützen auf zu schützen.

Kritische Worte gab es in der Festansprache von Pastor Markus Leber. Er forderte ein Nein zum Terrorismus, aber auch zu Populisten, die aus Angst vor dem lslam politisch Punkte sammeln wollten. ,,Wäre ich ein Muslim, von dem verlangt wird, er solle sich in die westliche Kultur integrieren, würde ich fragen: Meint ihr damit die Kultur, welche die Veröffentlichung solcher Bilder als ihr unantastbares Symbol ansieht?,“ fragte er mit Blick auf die Karikaturen von Charlie Hebdo und warnte: „Mit den dem lslam zugefügten Verletzungen lassen wir sie in die Arme der Fanatiker treiben.“ Die Aussage der Kanzlerin (Der Islam gehört zu Deutschland.) interpretierte er so, dass sie wohl den Muslimen signalisieren wolle, sie seien willkommen und Teil unserer Gesellschaft.

Weil die eigenen christlichen Wurzeln als Lebensfundament nicht mehr hielten, werde die Angst vor dem Fremden als umso bedrohlicher empfunden. Leber: „Gäbe es ein überwältigendes Bekenntnis zum Christentum, dann hätte auch die dumpfe Sorge vor der Überfremdung keine elementare Grundlage mehr.“

Weiter meinte er: „Auch uns im Schützenwesen hilft es wenig, dass die ldeale von Glaube, Sitte und Heimat viel gepriesen und beschworen werden. Wir müssen Sie tun. Besonnenheit und Wachsamkeit scheinen mir Eigenschaften zu sein, die uns bei den momentanen Herausforderungen gut zu Gesicht stehen.“

Die musikalische Gestaltung übernahm der Musikzug Iseringhausen unter Leitung von Matthias Reißner, die Bewirtung die Damen des Frauenchores Iseringhausen.