Chaos zwischen pinker Tapete und rotem Sofa

Das Ensemble des Konnex-Theaters lädt am kommenden Mittwoch, Samstag und Sonntag zu drei weiteren Theatervorstellungen ein.
Das Ensemble des Konnex-Theaters lädt am kommenden Mittwoch, Samstag und Sonntag zu drei weiteren Theatervorstellungen ein.
Foto: WP

Drolshagen..  Auf das Ensemble des Konnex-Theaters ist Verlass. Wenn die sechs Laiendarsteller auf der Bühne stehen, sind ein volles Haus, endlose Lacher und ein zufriedenes Publikum schon im Vorfeld garantiert.

Dabei liegen den Darstellern Stücke mit Beziehungsstress und Verwechslungen ganz besonders. In den vergangenen 20 Jahren wurden in den bisher 17 gespielten Stücken ausschließlich Komödien auf die Bühne gebracht. Dabei haben die sechs Schauspieler den britischen Humor, der sich schon mehrfach in Drolshagen ausbreitete, besonders gut drauf. Ein besonderes Faible entwickelten die Schauspieler mit der sichtbaren Freude am Theaterspielen auch für parallele Situationen an zwei Orten.

Brisantes Thema

Ein Clou für die Zuschauer war das Bühnenbild mit Blick auf zwei verschiedenen Zimmer der Wohnung. So waren die Besucher den Protagonisten immer ein Stückchen voraus und das Ensemble meisterte die Herausforderung mal wieder mit Bravour. Bei der diesjährigen Premierenvorstellung am Freitag im Clemens-Haus öffnete sich der Vorhang zu einem brisanten Thema. Der Titel: „Ein Mann in jeder Beziehung“ von Ingrid Minke ließ schon erahnen, worum es ging. Den letzten Hinweis setzte die pinke Tapete hinter dem knallroten Sofa und das deutlich sichtbare Chaos. Dass diese Lebensform nicht bei jedem auf Zustimmung traf, und es zu Irrungen und Verwirrungen kommen würde, war in der toll inszenierten Vorstellung absehbar.

Der Inhalt: Medizinstudent Thomas Schmitz (Stefan Ratay) wird von seinem Vater gesponsort. Der stolze Papa weiß jedoch nicht, dass der Filius in seiner Stadtwohnung in einer homosexuellen Beziehung mit dem Innenarchitekturstudenten Alexander Bergner (Christian Rahrbach) lebt. Beide Darsteller verstanden es, ihre Rollen mit passender Mimik und Gestik genial komisch zu garnieren.

Missgünstige Lage

Hinzu kam, dass sich die Schwester von Alexander, Maria Bergner (Astrid Engel), auch in der Wohnung eingenistet hatte. Für den Vater wäre eine solche Lebensform das Ende der finanziellen Unterstützung.

Als die Eltern Helga Schmitz (Christiana Frohne) und Hans Schmitz (Jürgen Schulz-Lützenburger) unangemeldet in der Wohnung auftauchten, war das Chaos perfekt.

Um seine gleichgeschlechtliche Beziehung zu vertuschen und zu verhindern, dass Papas Geldzuwendungen gestrichen werden, sorgt Thomas für das perfekte Durcheinander. In seiner missgünstigen Lage erkor er sich seine Mitbewohnerin als Alibifreundin.

Verhältnis mit Vater

Wäre ja nicht so schlimm, wenn die nicht rein zufällig schon ein Verhältnis mit seinem Vater hätte. Der resolute Papa wurde von Jürgen Schulz-Lützenburger ebenso authentisch und überzeugend dargestellt wie die Mama alias Christiana Frohne, die den Quantensprung zwischen mütterlicher Vorsorge und resoluter Durchsetzungskraft gekonnt schaffte.

Köstlich auch die Mitbewohnerin Astrid Engel. Und auch Petra (Verena Gipperich) eine Freundin des Trios sorgte für so manches Gelächter.

Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten. Wer Lust hat, herzhaft zu lachen, hat an drei weiteren Aufführungsterminen die Gelegenheit. Die Regie liegt in den Händen von Guido Ohm und Assistentin Martina Gosmann.

Als Souffleuse fungiert Michaela David. Für das Bühnenbild machten sich Jens Gipperich und Rafael Hartebrodt, sowie für die Technik Nils David stark. Um die Frisuren und das perfekte Make up kümmern sich das Haarstudio Laura und Marie Gosmann.