Bürgermeister ehrte eigene Mutter
21.11.2008 | 16:55 Uhr 2008-11-21T16:55:29+0100Finnentrop/Fretter. (pr) Ohne die vielen in Ehrenämtern tätigen Mitbürger wäre ein funktionierendes gemeindliches Leben kaum denkbar. In diesem Wissen veranstaltet die Gemeinde Finnentrop alljährlich einen kleinen Festakt zur Würdigung des Ehrenamtes.
Diese Feierstunde, es war die siebte, fand am Donnerstag in der Schützenhalle in Fretter statt. In diesem Jahr waren zahlreiche ehrenamtlich im Bereich Sport tätige Bürger zu dem Festakt eingeladen. Höhepunkt des Abends war wie die Verleihung des Bürgerpreises der Gemeinde Finnentrop an drei besonders verdiente ehrenamtlich tätige Mitbürger: Werner Hoffman aus Ostentrop, Johannes Krabbe aus Weringhausen und Waltraud Heß aus Heggen, Realschullehrerin im Ruhestand und Mutter von Bürgermeister Dietmar Heß.
Ehrengast des festlichen Abends war Edgar Steinborn aus Sinzig am Rhein, Fußball-Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter. Steinborn, der insgesamt 32 Jahre als Unparteiischer wirkte und dabei in 19 Jahren auch über 200 Bundesligaspiele und 13 Länderspiele pfiff, sprach nach der Begrüßungsrede des Bürgermeisters über das Ehrenamt im Allgemeinen und das des Fußballschiedsrichters im Besonderen.
Musikalisch begleitet wurde der Festakt von der Südwestfalen-Big-Band Finnentrop. Das Trainerpaar Ursula und Engelbert Brödling vom Tanzsportclub Oedingen steuerte eine faszinierende Tanzshow zum Rahmenprogramm bei.
Werner Hoffmann (52) erhielt den Bürgerpreis für sein Engagement als Obmann für die Jugendförderung im Sportverein Ostentrop/Schönholthausen und hier ganz besonders als Initiator des Kinder- und Jugendzeltlagers. An dieser Jugendwoche nehmen mittlerweile rund 150 Kinder aus vielen Orten der Gemeinde teil. Außerdem war Hoffmann bei der Neugestaltung des Schulhofes sowie an den Arbeiten am Sportplatz maßgeblich beteiligt.
Johannes Krabbe (57) wurde mit dem Bürgerpreis geehrt, weil "er erfunden werden müsste, wenn es ihn nicht gäbe", erläuterte Bürgermeister Heß. Krabbe, Erster Brudermeister der Weringhauser Schützenbruderschaft, ist nicht nur seit Jahrzehnten in vielen Vereinen wie Männergesangverein, Tambourcorps, Kirchenvorstand und Kapellenverein aktiv, sondern kümmert sich um viele Belange seines Heimatdorfes Weringhausen. Heß: "Er ist der Motor des dörflichen Gemeinschaftslebens".
Waltraud Heß (83) wurde vom Turnverein Heggen für den Bürgerpreis vorgeschlagen. Sie war 1954 bei der Gründung des Turnvereins die Frau der ersten Stunde. Von 1977 bis 1979 und von 1984 bis 1997 war sie zweite Vorsitzende und von 1980 bis 1983 stellvertretende zweite Vorsitzende des Vereins. Bis heute ist sie als Seniorenbetreuerin tätig und fuhr bis vor kurzem noch jede Woche mit ihrer Frauengruppe zum Schwimmen nach Fretter. Neben ihren zahlreichen sportlichen Aufgaben engagierte Waltraud Heß sich auch als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und bei der katholischen Mädchen- und Frauenarbeit "IN VIA".
"Bei der Abstimmung hat mich der Rat der Gemeinde rausgeschickt", betonte Bürgermeister Dietmar Heß seine Neutralität bei dem Votum für seine Mutter für den Bürgerpreis. "Eigentlich wollte ich auch die Verleihung nicht selber vornehmen, habe aber dann doch dem ausdrücklichen Wunsch meiner Mutter nachgegeben", so Heß weiter.
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