Bürgerbus macht jetzt Station in Büchen

Premiere am Montag um 9.49 Uhr: Der Bürgerbus steuerte erstmals Büchen an. Raimund Bechheim und Brigitte Engel (von links) fuhren mit, rechts Gerhard Pelz.
Premiere am Montag um 9.49 Uhr: Der Bürgerbus steuerte erstmals Büchen an. Raimund Bechheim und Brigitte Engel (von links) fuhren mit, rechts Gerhard Pelz.
Foto: WP

Büchen..  Der Weg bis zur Jungfernfahrt war alles andere als einfach. Jahrelang wünschten sich die Menschen in der Bins, dass der Bürgerbus auch ihre vier Ortschaften Büchen, Huppen, Schwarzbruch und Bebbingen ansteuert. Doch der Bus machte einen Bogen um die vier Mini-Dörfer mit insgesamt 96 Einwohnern. Seit Montag ist jedoch alles anders: Um 9.49 Uhr steuerte der Wendener Bürgerbus erstmals Büchen an. Auch das heftige Schneetreiben konnte die Premiere nicht stoppen. „Wir sind heilfroh. Das ist ein Gewinn für die Bins“, zeigte sich Ortsvorsteherin Brigitte Engel hocherfreut.

Zehn Jahre habe man versucht, den Bürgerbus in die Bins zu lotsen. Unermüdlich hatte der Büchener Raimund Bechheim angefragt. Vergeblich. Am 16. August 2014 berichtete dann unsere Zeitung in der Serie „Unsere kleinen Dörfer“ über die Bins, in der es keine Geschäfte und keine Verkehrsanbindung gibt. „Warum fährt der Bürgerbus nicht hier über die Dörfer? Er kommt von Hillmicke, Brün, Rothemühle und Heid. Das wäre praktisch ein Rundweg“, hatte Bechheim seinem Unmut im Gespräch mit unserer Zeitung Luft gemacht. Und: „Bei den Kommunalwahlen kommen die Politiker und fahren zu den einzelnen Häusern. Da wollen sie die Leute zur Wahl holen.“

Bericht in unserer Zeitung half

„Ich denke durch diesen Zeitungsartikel ist das nun möglich geworden“, sagte gestern Brigitte Engel. Das bestätigte auch Gerhard Pelz, 1. Vorsitzender des Wendener BürgerBus-Vereins. Er nahm nach dem Bericht Kontakt zu Raimund Bechheim auf. Dieser lobt den Chef des BürgerBus-Vereins: „Er hat sich richtig engagiert.“ Man habe zunächst die Genehmigung der Bezirksregierung Arnsberg für eine Änderung des Fahrplanes haben müssen, so Pelz: „Das muss sein, da wir im öffentlichen Nahverkehr fahren.“ Gesteuert wird der achtsitzige Kleinbus von ehrenamtlichen Fahrern. Ziel des Vereins ist es, Bürgern ohne Auto mehr Mobilität zu ermöglichen. Deshalb fährt der Bus besonders Orte an, die nicht vom Linienbus bedient werden.

Zweimal in der Woche

Jeweils montags und mittwochs fährt der Bürgerbus (Linie 3) um 9.49 Uhr in Büchen ab. Von dort geht es über Rothemühle, Brün, Wendenerhütte und Möllmicke nach Wenden. Rückfahrt ist um 12 Uhr ab Mühlenstraße und Ankunft in Büchen wieder um 12.19 Uhr.

Zu den ersten Fahrgästen gehörten gestern die Büchener Gottfried Schulte und Ernst Sperling. „Das ist für mich sehr gut. Ich habe keinen Führerschein und fahre jetzt mindestens einmal in der Woche mit, vielleicht auch zweimal“, sagte Gottfried Schulte. Er wollte erstmal in Wenden einkaufen: „Ich bringe ein bisschen Vogelfutter mit.“ Mit dem Bürgerbus will der Büchener auch künftig zum Arzt nach Rothemühle fahren.

„Das ist wichtig für die Dörfer“, betonte Brigitte Engel. Vor dem Hintergrund der Demografie dürfte die Zahl der älteren Fahrgäste künftig steigen. Die Ortsvorsteherin nahm sich am Montag Urlaub, um bei der Jungfernfahrt dabei zu sein. Mit Raimund Bechheim trank sie in Wenden einen Kaffee und fuhr wieder zurück in die Bins.