Boulevard-Komödie „Glück“ wirkt oftmals ein wenig bemüht

Meggen..  Das Stück „Glück“ von Eric Assous, von der Komödie im Bayerischen Hof im PZ Meggen gezeigt wirkt äußert leicht. Man hat das Gefühl, dass es bei geöffnetem Fenster und etwas Wind wegfliegen würde. Die Wirklichkeit ist aus dem Stück weitgehend herausdestilliert, obwohl sie in den Dialogen – viel mehr geschieht nicht – ständig vorgibt, damit zu tun zu haben.

Das Stück wirkt oft etwas bemüht und angestrengt. Zwei Situationen machen einen besonders krausen Eindruck: der Anfang und der Schluss. Damit die Sache in Gang kommt, versteckt sie (Louise) den Wohnungsschlüssel, so dass er (Alexandre) nach der Liebesnacht nicht sofort verschwinden kann. Der Schluss: Er, der scheinbar froh war, seine Frau verlassen zu können, kehrt plötzlich doch wieder zu ihr zurück oder will es wenigstens. Aber im Boulevardtheater darf man ja einiges, was andern Orts verboten ist. Die Handlung kommt nur schwer in Bewegung.

Amüsement

Irgendwann ist man dann soweit, dass man mitlacht und Amüsement verspürt. Dafür sind aber vor allem die Protagonisten verantwortlich. Barbara Wussow macht aus der Rolle der allein lebenden Kinderbuchautorin Louise, die nach und nach mehr Bereitschaft hat, mit dem Restaurantbesitzer Alexandre, den sie für eine Nacht mit in ihre Wohnung genommen hat, eine feste Verbindung einzugehen, einiges. Ihr differenziertes Spiel sorgt dafür, dass man irgendwann nachgibt und sich der Handlung nicht mehr allzu sehr widersetzt.

Sie hat Überzeugungskraft. Dafür braucht sie kaum laute Töne. Ihr Spiel wirkt klar und aus sich selbst. Peter Bongartz hat eindeutig die bessere Rolle, er liefert – so will es der Text - den Großteil der recht spärlichen Lacher. Aber auch er macht etwas daraus. Er ist ein ebenbürtiger Partner, der ebenfalls wenig Übertriebenes nötig hat, um glaubhaft zu wirken.

Uraltes Bild des Mannes

Eine Boulevardkomödie muss nichts Neues liefern. Das tut „Glück“ auch nicht. Selbst wenn Louise zwischendurch darauf beharrt, als allein lebende Frau sich genauso frei bei den Männern bedienen zu bedürfen, wie es angeblich umgekehrt die Männer bei den Frauen tun ( „Du lebst wie ein Kerl!“, schimpft Alexandre.), so geht es doch hauptsächlich um das uralte Bild des Mannes als Jäger, der den Frauen nachstellt und sie, wenn er erreicht hat, was er will, möglichst schnell wieder fallen lässt.

Unterhaltung

Vor allem die Schauspieler sorgten dafür, dass der Abend im gut gefüllten PZ den Unterhaltungscharakter hatte, den das Publikum erwartete. Als gelungen kann man auch Bühnenbild ( Thomas Pekny ) und Kostüme ( Christl Stützinger, Ulrike Schule ), besonders die von Barbara Wussow, bewerten.