Bitte um Verständnis für einen Aberwitz

Was wir bereits wissen
„Die DB Netz AG, die DB Station&Service AG und der Landesbetrieb Straßenbau bitten alle Verkehrsteilnehmer, besonders Fußgänger und Radfahrer bezüglich der damit einhergehenden Behinderungen um Verständnis.“ Mit dem Verständnis wird es vermutlich nicht viel werden in Finnentrop.

Finnentrop..  „Die DB Netz AG, die DB Station&Service AG und der Landesbetrieb Straßenbau bitten alle Verkehrsteilnehmer, besonders Fußgänger und Radfahrer bezüglich der damit einhergehenden Behinderungen um Verständnis.“

So endet eine gemeinsame Presseerklärung der drei Institutionen vom gestrigen Mittag, in der die Schließung des Bahnüberganges jetzt auch offiziell angekündigt wird. Mit dem Verständnis wird es vermutlich nicht viel werden in Finnentrop. Stellvertretend für alle Betroffenen bezeichnete Bürgermeister Dietmar Heß den Plan als „Aberwitz“. Wie gestern berichtet, wird der Bahnübergang am 26. April jetzt auch für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Um also künftig von der Lennestraße zu den an der Bamenohler Straße gelegenen Arztpraxen zu kommen, muss man entweder einen zwei bis drei Kilometer weiten Umweg in Kauf nehmen, der noch nicht einmal vollständig mit einem Bürgersteig versehen ist, oder mit dem Bus der Linie R 98 fahren, der im Schnitt einmal stündlich fährt. Für diese Linie wird bis zur Fertigstellung der Fußgängerbrücke eine Behelfshaltestelle in Höhe des ehemaligen Hotels Biggemann eingerichtet.

In der Presseerklärung heißt es: „Dieser Schließungstermin muss zwingend eingehalten werden, da die DB AG mit der Inbetriebnahme des neuen Stellwerks in Kreuztal den Bahnübergang in Finnentrop, der mit der Stellwerksinbetriebnahme in direkter Verbindung steht, nicht mehr betreiben darf.“

Eine Argumentation, die Finnentrops Bürgermeister nicht einleuchtet: „Ich bin zwar kein Techniker, aber warum soll es nicht möglich sein, die Schranken am Bahnübergang Finnentrop für diesen Zeitraum vom Stellwerk Finnentrop aus zu bedienen?“

Überhaupt nicht nachvollziehbar ist die Haltung der Bahn auch in folgendem Punkt: Als in den Gesprächen mit der Gemeinde darauf hingewiesen wurde, dass es vermutlich viele Bahnreisende geben werde, die der Gewohnheit folgend oder aus Eile heraus versuchen werden, den Bahnübergang „illegal“ an gewohnter Stelle zu überqueren, kündigte die Bahn an, diese Stellen nicht nur mit einem Zaun gesondert zu sichern, sondern auch Wachpersonal aufzubieten, das darauf achten werde, dass niemand illegal die Schienen quert.

Behelfsübergang abgelehnt

Vor wenigen Jahren hat die Bahn am Übergang Johannes-Scheele-Straße in Bamenohl Monate lang, 24 Stunden am Tag, einen Posten mit Fähnchen und Flatterband positioniert, bis der normale Schrankenbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. Für Wachposten hat die Bahn Geld, für einen Mann mit Flatterband und Fähnchen nicht.

Auch ein Behelfsübergang am Werksweg über die Bahnlinie Finnentrop-Olpe im Anschluss an den bestehenden Übergang wurde abgelehnt.