Bezirksregierung um 10 000 Euro betrogen

Attendorn..  Den Vorwurf des gewerbsmäßigen Betruges, den der Staatsanwalt einer 33-jährigen Frau aus Attendorn vor dem Amtsgericht machte, bestritten sie und ihr Anwalt. Der Anklage nach sollte die Frau in der Zeit von Juli 2013 bis Oktober 2014 die Bezirksregierung Arnsberg um knapp 10 000 Euro betrogen haben. Und da sie sich damit eine zusätzliche Einnahmequelle von nicht unerheblicher Höhe und Dauer zu verschaffen wollte, nahm die Staatsanwaltschaft den strafverschärfenden Aspekt der Gewerbsmäßigkeit an.

Die Angeklagte hatte sich bei der Bezirksregierung für Anstellungen als Vertretungs-Lehrkraft an Schulen beworben. Laut Staatsanwaltschaft zufolge soll sie angegeben haben, das 1. Staatsexamen bestanden zu haben. Sie wurde daraufhin an Schulen in Finnentrop, Plettenberg und Siegen eingesetzt und erhielt aufgrund ihrer angeblichen Qualifikation eine höhere Gehaltseingruppierung als ihr zugestanden hätte.

Die höhere Eingruppierung, so die Frau, sei irrtümlich durch die Bezirksregierung erfolgt. Sie habe nie angegeben, das 1. Staatsexamen bestanden zu haben. Diese Aussage konnte vom Gericht widerlegt werden. Der zur Bewerbung notwendige Notennachweis soll von ihr manipuliert worden sein, indem sie die nicht bestandene Teilprüfung in Französisch entfernt hatte. Die Notenvergabe der Universität sei noch nicht abgeschlossen, weshalb sich die Bescheinigung des Bestehens des 1. Staatsexamens verzögere, hatte sie angegeben.

Vorwürfe eingeräumt

Die Richterin riet der Verteidigung, den Vorwurf einzuräumen. Das tat sie dann auch: „Ich habe damals fest angenommen, die Prüfung bestehen zu werden“, entschuldigte sie sich. Das Gericht verurteilte die 33-Jährige, so wie der Staatsanwalt beantragt hatte, zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten zur Bewährung. Auflagen wurden der Frau nicht gemacht, da sie nicht vorbestraft ist und ein Kleinkind zu versorgen hat.