Besondere Herausforderung für die Wehr

Lennestadt..  Die Feuerwehr Lennestadt hat erstmals eine Brandschutzaufklärung für Menschen mit Behinderung durchgeführt. Dazu besuchten 12 Brandschutzerzieher aus verschiedenen Löschgruppen die Werthmann-Werkstätten in Meggen und verbrachten einen ganzen Tag mit ihnen.

Aufgabe der Brandschutzaufklärung ist es, das richtige Verhalten im Brandfall zu unterrichten. Sind Menschen mit Behinderungen betroffen, sind spezielle Lösungen gefragt. Menschen mit Behinderung reagieren in Stresssituationen oft anders: Körperliche und geistige Beeinträchtigungen fordern die Einsatzkräfte der Feuerwehr bei einem Notfall heraus. Damit die Zusammenarbeit funktioniert, ist eine entsprechende Vorbereitung gefragt. Der Tag der Brandschutzaufklärung sollte dazu beitragen, dass die Beschäftigten spielerisch die Angst vor fremden Geräuschen und Wahrnehmungen verlieren und Panik vermieden werden.

Die 120 Mitarbeiter der Werthmann-Werkstätten sind im Bereich Verpackung, Montage und Kommissionierung tätig. Weiterhin sind 25 Mitarbeiter mit pädagogischer Ausbildung in den Werkstätten tätig.

Diese haben bei der Übung und auch im Notfall in der Einrichtung eine zentrale Rolle. Sie sind wichtiges Bindeglied zwischen den Beschäftigten und der Feuerwehr.

Zu Beginn der Veranstaltung schauten sich die Brandschutzerzieher bei einer Begehung zunächst die Werkstätten selbst an, um sich einen Überblick vom Gelände und Gebäude zu verschaffen. Viele der Beschäftigten hatten bisher noch nie Kontakt zur Feuerwehr.

Zwar finden jährlich die vorgeschriebenen Unterweisungen für die Beschäftigten und das Personal statt, dennoch wirkt ein echter Feuerwehrmann mitunter befremdlich für die Beschäftigten. Oftmals spielt Angst eine große Rolle, wenn „verkleidete Leute mit bunten Klamotten und Maske“ erscheinen. Es ist wichtig, Brandschutzerziehung gerade mit diesen Menschen durchzuführen.

Ängste abbauen

Bei ihnen sind die Ängste gegenüber der Feuerwehr und ihren Gerätschaften enorm groß. Diese Ängste galt es abzubauen. Daher wurden die Ausrüstungsgegenstände ausführlich erklärt und auch vorgeführt. Dies begann bei der persönlichen Schutzausrüstung der Feuerwehr, über Schläuche, Armaturen bis hin zur Besichtigung der Einsatzfahrzeuge. Alle konnten sich einen Eindruck verschaffen, mit welchem Gewicht sich ein Feuerwehrmann/Frau auf den Weg in den Einsatz macht. Weiterhin wurde das Absetzen eines Notrufs geübt.

Susanne Rüenauver, Abteilungsleitung der Werkstätten: „Wir sind froh über den Kontakt zur Feuerwehr und ihre Bereitschaft, so etwas für unsere Beschäftigten anzubieten. Wir hoffen, dass es nicht bei dieser einen Veranstaltung bleibt. Wir möchten gerne regelmäßig solche Angebote durchführen“.

Kein Feuerwehralltag

Auch für die Brandschutzerzieher ist der Umgang mit Menschen mit Behinderungen nicht alltäglich. Ihnen war der Besuch der Werthmann-Werkstätten ebenfalls sehr wichtig. Daher hatten sich einige der Brandschutzerzieher sogar von ihrem Arbeitgeber freistellen lassen. Auch hier galt es, Berührungsängste abzubauen und die Problematiken kennenzulernen, mit denen sie bei der Rettung von Menschen mit Behinderungen konfrontiert werden.